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935


Name:
Libby (libby10@web.de)
Datum:Fr 27 Mär 2009 23:26:00 CET
Betreff:Ein Rückblick (so lang sollte er eigentlich gar nicht werden...)
 

Als ich zum ersten (und einzigen) Mal hier schrieb (wann genau, weiß ich nicht mehr), waren es nur ein paar Zeilen: Dass ich froh und dankbar bin, weil es diese Seite gibt, dass ich mich sehr in den Beiträgen wiedererkenne und dass ich leider keine Zeit habe, meine Geschichte aufzuschreiben... Die Zeit mit Säugling hab ich als sehr anstrengend gefunden. Aber ich habe immerhin Zeit gefunden, viele Beiträge hier zu lesen, mir ein Buch über Kaiserschnitte auszuleihen, viel zu weinen und mit meinem Mann intensiv darüber zu sprechen (der ein bisschen hilflos - aber auch hilfreich - war und erst mal Anweisungen von mir brauchte: dass er keine Standard-Sprüche a la "Du konntest doch nichts dafür", "Hauptsache, das Kind ist gesund" etc. klopfen sollte).

Ich weiß bis heute nicht, ob ich eine primäre oder sekundäre Sectio hatte (vielleicht kann mir das jemand sagen?). Der KS war nicht im Voraus geplant, aber ich war auch nicht unter der Geburt. Es war kein Not-KS (mit wehenden Fahnen in den OP-Saal), aber irgendwie wieder doch:

12 Tage vor ET war ich zur Routinekontrolle im Krankenhaus, als bei meinem Baby überraschend erhöhte Herztöne festgestellt wurden. Ich wurde stationär aufgenommen und am nächsten Morgen wurde er geholt (PDA). Die Nacht dazwischen war die Hölle. Ich war völlig überrumpelt, mein Kind "jetzt schon" zu bekommen. Und dann per KS, was ich für mich immer kategorisch ausgeschlossen hatte (tja ja...).
Meine Gefühle danach - das Übliche: Versagen, unglaubliche Trauer, ihn in den ersten Momenten nicht bei mir zu haben, ihn einfach nackt auf den Bauch gelegt zu bekommen.... Und keiner verstand mich... Ich kam nur schwer wieder auf die Beine, konnte mich zuerst nicht richtig um ihn kümmern, war völlig überfordert. Aber ich war froh, dass das Stillen klappte (nach argen Anfangsschwierigkeiten und nachdem ich dafür gekämpft habe, da es mir sehr wichtig war).

Meine Freundin hatte kurz vorher zwar eine spontane Geburt, aber es war ein Frühchen, das verlegt werden musste und erst 5 Tage später zu ihr durfte - der Horror. Da hatte ich es vergleichsweise gut: "Nur" die ersten 45 Minuten getrennt, auch wenn mir die nach wie vor fehlen.



Und heute? Mein Sohn ist nun bald 19 Monate alt (gibt es etwas Süßeres als ein 19 Monate altes Kind :-) ?). Unsere Beziehung ist (mittlerweile) wunderbar, alle Befürchtungen nicht eingetreten. (Anfangs hatte ich das starke Gefühl, dass er nur meinen Mann mochte - was im Rückblick hauptsächlich Einbildung bzw. durch meine damalige "negative Ausstrahlung" bedingt war). Die KISS-Problematik haben wir auch gut hinter uns gebracht.
Und ich habe tatsächlich meinen Frieden gemacht! Klar finde ich es Schade, dass ich dieses überwältigende und unbeschreibliche Glücksgefühl nach stundenlangen Schmerzen nicht erlebt habe, dass ich die ersten Minuten nicht mit ihm verbringen durfte. Und ich würde es auch nach wie vor gerne erleben.
Aber es hat sich nach dem Aufarbeiten und mit der Zeit irgendwie relativiert. Ich bin jetzt froh, dass ich immerhin bei Bewusstsein war, ihn schreien gehört habe und noch sein Gesicht vor Augen hab, wie er für 5 Sekunden kurz neben mich gelegt wurde und mit dem Schreien aufhörte, als er meine Stimme hörte.... (wie gerne wäre ich dann mit ihm gegangen oder hätte ihn vorher wenigstens berührt).

(Die vielen Frauen hier, die weit Schlimmeres erlebt habe, bitte ich um Verzeihung, wenn diese Schilderung schmerzhaft ist :-( !!!).

Ich habe diese Geschichte angenommen, das hätte ich nie gedacht. Der KS ist überhaupt kein Thema mehr (ich schau jetzt zum ersten Mal seit Monaten wieder hier rein). Es wird mit Sicherheit noch mal hochkommen, wenn ich wieder schwanger werden sollte, aber das sehe ich ja dann.

Das wollte ich euch erzählen, vielleicht um zu zeigen, dass es auch so laufen kann. Auch wenn ich zugegebenermaßen damals recht glimpflich davon gekommen bin (was ich damals aber ganz sicher nicht so empfunden habe, mir ging es wirklich seelisch sehr schlecht).

Euch allen alles erdenkliche Gute, viel Freude mit euren Kindern und dass euch die Aufarbeitung gelingen möge und ihr eure Entbindungen irgendwann irgendwie annehmen könnt.

Alles Liebe
Libby

 
 
934


Name:
Kerstin (kerstin.r@arcor.de)
Datum:So 15 Mär 2009 16:30:25 CET
Betreff:an Louise, Britta, Karin und alle anderen
 

An Louise:

Als ich die Zeilen von Karin an Louise gelesen habe fiel es mir wieder ein... Auch ich kann mich erinnern, dass es bei mir auch mindestens ein Jahr gedauert hat, bis ich von mir behaupten konnte wieder "die Alte" zu sein.
Ich kann mich den Worten Karins nur anschließen! Eine schwere Op mit der man nicht gerechnet hat, die Psyschiche und Physische Belastung der man dadurch ausgesetzt ist. Die Umstellung, jetzt nicht mehr zu arbeiten, sondern rund um die Uhr für ein Baby da zu sein und natürlich das Stillen. Das alles ist sehr kräftezehrend!
Da ich beim Stillen ein ziemliches Auf und Ab mitmachen musste, da mein Kleiner eine Stoffwechselerkrankung hat und ich ihn zeitweise garnicht, nur zum Teil und nur eine kurze Zeit voll stillen durfte, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, wie belastend das Stillen für den Körper ist. Als ich von 2/3 Stillen zu voll stillen umstellen durfte war ich immer fix und fertig. Und als die Werte leider zu hoch waren und ich wieder weniger stillen musste ging es mir zwar psyschich wieder schlechter, aber körperlich war ich um einiges fitter. Als er ein halbes Jahr alt war durfte ich wieder voll stillen und habe das auch gleich gespürt. Trotzdem finde ich ist Stillen eine der schönsten Sachen der Welt und ich habe jede Sekunde genossen die ich meinen Sohn (und jetzt auch den zweiten) gestillt habe!
Mein Rat ist: Auch bei dem absolut bescheidenen Wetter... So oft raus gehen wie möglich, auch wenn es regnet. Viel trinken und vor allem ausreichend, gesund und ausgewogen essen. (Dann sind vielleicht auch teure nahrungsergänzungsmittel überflüssig). Und ganz besonders wichtig (aus der Erfahrung einer zwei-fach-Mutter): Sich helfen lassen und Ansprüche runterschrauben! Lass mal jemand anderen für euch kochen, vielleicht kann dir jemand beim Putzen helfen, oder jemand geht mit dem/der Kleinen spazieren während du dich nochmal hinlegen und schlafen kannst...
Ich denke sich jemanden zu suchen, der dir auch auf psyschologischer Ebene hilft ist nie verkehrt und auch nicht schlimm! Es muss ja nicht unbedingt jemand 'professionelles' sein, vielleicht kannst du ja auch mit deinem Mann, deiner Mutter, einer Freundin, deiner Hebamme oder mit anderen betroffenen Müttern sprechen. Aber darüber reden -egal mit wem- finde ich unheimlich wichtig!

An Karin, Britta und alle anderen:

Mein Kaiserschnitt ist nun schon bald zweieinhalb Jahre her (vor ca 2 Jahren habe ich meine Geschichte hier schonmal aufgeschrieben).
Meinen zweiten Sohn habe ich vor 4 Monaten völlig 'normal' entbunden. :-)
Auch ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht im vorherein. Noch bevor ich zur Ärztin gegangen bin um mir die Schwangerschaft bestätigen zu lassen habe ich Kontakt mit meiner Hebamme aufgenommen. Und habe die komplette Schwangerschaft über mit ihr in Verbindung gestanden.
Für die Geburt habe ich mich einfach auf alles eingestellt: Von Notkaiserschnitt mit Kindverlegung (wie bei meinem Ersten) bis Hausgeburt war ich auf alles vorbereitet.
Wir hatten eine Hebamme, die bei Wehenbeginn zu uns nach Hause kommt und uns dann ins KH begleitet oder evtl, wenn alles gut läuft und alle drei (ich , Hebamme und mein Mann) ein gutes Gefühl haben auch mit uns zu Hause bleibt.
Der einzige Fall mit dem ich nicht gerechnet habe ist eingetreten und ich habe meinen Sohn so lange übertragen, dass wir zur Einleitung in die Klinik mussten da eine Hausgeburt rechtlich sowieso nicht mehr in Frage kam.
Nach einem Wehencoctail ging dann alles eigentlich recht schnell und nach viereinhalb Stunden richtiger Wehen kam mein Sohn zur Welt!
Ich hatte die ganze Zeit über ziemlich Angst um meine Naht und die Worte der Hebamme: "Ich glaube wir kommen um einen Dammschnitt nicht drumrum" war eine Wohltat in meinen Ohren. Ab da wusste ich, dass es diesmal ohne Kaiserschnitt gehen wird und vor allem, dass ich dann diese Schmerzen gleich los bin!

Ich sehe es mittlerweile als Privileg, dass ich die Chance hatte beides erleben zu dürfen. Ich kann nicht von mir behaupten, dass die erste, traumatische Geburt durch die zweite aufgehoben und geheilt wurde. Und auch ich werde mir jetzt doch auch noch mal jemanden suchen, der die erste Geburt mit mir noch einmal aufarbeitet.
Was ich durch die zweite Geburt gelernt habe: Für mich war es nicht unbedingt, oder nicht nur der Geburtsmodus der entscheidend war für mein Geburtstrauma, sondern dass mein Kind verlegt wurde, ich ihn die ersten drei Tage nicht gesehen habe, nach 5 Tagen das erste mal nackt gesehen habe und ganz schlimm auch, dass ich ihn nicht normal stillen konnte.
Meinen Kleinen habe ich selbst aufgenommen und auf meine Brust gelegt. Ich habe gesehen wie mein Mann die Nabelschnur durchtrennt hat, er hat nach 5 Minuten an meiner Brust getrunken und erst als ich nach einer Stunde neugierig wurde hat ihn die Hebamme genommen und gewogen und gemessen. Nach 3 Stunden hat er dann auf meine 'Anweisung' hin seine ersten eigenen (!) Klamotten inclusive Stoffwindel anbekommen. Ich konnte von Anfang an alles selbst bestimmen was mit meinem Sohn passiert und habe keine Sekunde verpasst!

Was mich sehr schockiert hat war, dass ich nach der normalen Geburt noch länger gebraucht habe um wieder auf die Beine zu kommen als nach dem Kaiserschnitt. Ich hatte einen recht großen Schnitt, bin zusätzlich innerlich gerissen. Mein Hb war bei 7,4 und hatte mir auch noch irgendeinen blöden Darmvirus eingefangen als der Kleine 4 Tage alt war.
Es hat wirklich zwei Wochen gedauert bis ich wieder sitzen konnte. Das Stillen ging nur im Liegen. Das Wickeln hat die ersten 10 Tage komplett mein Mann übernommen und das erste mal vor die Tür konnte ich auch erst nach zwei/drei Wochen. Auch jetzt nach 4 Monaten merke ich die Naht noch und habe nach einem anstrengenden Tag das Bedürfnis mich hinzulegen und meinen Beckenboden zu entlasten.
Ich erzähle das, um den Beitrag von Britta nochmal zu bestätigen. Ich hatte ja eigentlich eine relativ normale, komplikationslose natürliche Geburt. Trotzdem bleiben auch hiervon Narben und Beschwerden zurück wie nach einem Kaiserschnitt auch. Das einzige was wegfällt ist der seelische Schmerz der durch einen Kaiserschnitt entstehen kann, der sicherlich um ein vielfaches mehr Bedeutung hat als die körperlichen Beschwerden!

Jetzt ist mein Beitrag um einiges länger geworden als er es eigentlich werden sollte... aber ich hoffe, dass er jemandem weiterhelfen konnte.
Vor allem sollte er auch zeigen dass eine normale Geburt nach Kaiserschnitt möglich ist. Ich kenne mittlerweile einige! Auch eine Freundin von mir hat vor 4 Wochen ihr zweites Kind nach Kaiserschnitt normal entbunden. Eine andere Bekannte hat z.B. ihr drittes Kind nach zwei Hausgeburten per Notsektio bekommen. Man steckt da einfach nicht drinnen...
Viele Grüße,
Kerstin

 
 
933


Name:
Karin Lier (Karin.Lier@gmx.de)
Datum:Sa 14 Mär 2009 08:58:24 CET
Betreff:Antworten an Britta und Louise
 

Liebe Britta,

vielen Dank für die netten Grüße. Mir geht es ähnlich, ich überlege auch jetzt schon, obwohl ich noch nicht mal schwanger bin, wen ich mir für eine weitere Schwangerschaft / Geburt aussuchen würde. Und seltsamerweise komme ich dabei immer wieder zu dem Punkt, dass ich diesmal nicht nur wieder meine Hebammen im Geburtshaus (wie bei der ersten Schwangerschaft) aufsuchen würde (das Vertrauen in sie ist ungebrochen :-)), sondern diesmal (wenn möglich) sogar eine Hausgeburt versuchen würde. Hatte beim ersten Mal einfach das Gefühl, nachdem ich vom Geburtshaus ins Krankenhaus gekommen war, dort meine Selbstbestimmung an der Pforte abgegeben zu haben... Na ja, aber das ist alles Zukunftsmusik...

Liebe Louise,

ich kann mich erinnern, dass ich nach dem Kaiserschnitt auch das Gefühl hatte, ewig zu brauchen, um wieder einigermaßen auf die Beine zu kommen. Es spielte dabei mit Sicherheit das Stillen eine große Rolle, da ich auch über zwei Monate gebraucht hatte, bis es komplikationslos klappte; aber es hat mich davon abgesehen danach ja auch sehr zufrieden gemacht. Ich denke einfach, man muss sich auch mal vor Augen führen, dass man da eine wirklich schwere OP hatte! Und nicht mal eben nur "Reißverschluss auf - Kind raus - Reißverschluss wieder zu"... Dazu dann das Stillen, dann muss man nach einer relativ kurzen Zeit der Rücksichtnahme seitens der Mitmenschen auch ziemlich bald wieder "funktionieren", jedenfalls wird das offenbar von vielen erwartet. Dann hat man keinen geregelten Schlafrhythmus mehr, und, und, und... Ich muss sagen, ich hatte erst nach ca. einem Jahr das Gefühl, ein wenig wieder "die Alte" zu sein; das klingt im Moment vielleicht nicht sehr ermutigend, und vielleicht ist es ja vielen Frauen hier ja auch anders gegangen; aber ich will damit vielleicht auch einfach nur sagen, dass Du mit Dir noch ein wenig Geduld haben und anerkennen solltest, dass Du mit Sicherheit viel mitgemacht hast in den letzten Monaten, was nicht so einfach durch Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen ist... :-)
Manchmal hangelt man sich einfach nur so von Tag zu Tag und hofft, diese anstrengende Zeit irgendwann überstanden zu haben - ganz unabhängig davon, wie glücklich man über sein Baby ist. Aber irgendwann ist es dann tatsächlich so, dass man sich auch wieder kräftiger fühlt (war bei mir jedenfalls so); ich glaube nur, dafür gibt es keinen zeitlichen Maßstab...

An alle ganz herzliche Grüße und ein schönes März-Wochenende

Karin

 
 
932


Name:
Louise (louise@mummi.net)
Datum:Fr 13 Mär 2009 23:17:03 CET
Betreff:keine kraft mehr
 

hallo,
schön, dass ihr hier alle dabei seid. es tut mir gut, zu wissen, mein schmerz über eine geburt per kaiserschnitt ist nicht übertrieben, sondern es geht vielen anderen (wenn auch jeder und jedem auf ganz eigene weise) damit auch nicht gut.
nach einer sekundären sectio im juli 2008 bin ich kräftemäßig noch immer völlig fertig. die meisten sagen mir, es läge "nur" am stillen, aber ich kenne keine frau, die natürlich entbunden hat, so lange stillt wie ich und ebenso erledigt ist. manchmal wache ich früh nur mit dem gedanken auf: ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. nahrungsergänzungsmittel haben noch nicht den gewünschten erfolg erzielt und mir auf psychologischer ebene hilfe zu suchen, fällt unglaublich schwer.
wart/ seid ihr auch so kraftlos und könnt mir etwas raten?
herzliche grüße aus der nacht. louise

 
 
931


Name:
Britta (flyholm@t-online.de)
Datum:Fr 13 Mär 2009 21:27:02 CET
Betreff:Antwort an Karin
 

Liebe Karin,
danke für Deine Antwort. Ich denke immer, ich habe (wie fast alle hier) so viel Schmerz empfunden in den letzten Monaten, so dass ich mich selber über jeden positiven Gedanken so freue, dass ich ihn ebenso mit Euch teilen möchte wie vorher meinen Schmerz.

Ich denke aber auch, es wird mit dem 2. Kind vieles wieder hochkommen und verarbeitet werden müssen. Ich bin sogar schon am überlegen, zu welcher Hebamme ich dann gehen würde und in welches KH :-))

Momentan genieße ich nur die schöne Zeit mit meinem Kind und alles andere kommt dann irgendwann später. Aber wir wollen schon noch ein 2. :-)))

Ich finde es toll, dass Du so lange Zeit später noch den Schritt tust und wünsche Dir gutes Gelingen und dass es den "Erfolg" bringt, denn Du wir wünschst.

Liebe GRüße,
Britta

 
 
930


Name:
Karin Lier (Karin.Lier@gmx.de)
Datum:Fr 13 Mär 2009 10:27:36 CET
Betreff:Antwort an Britta (Eintrag 925)
 

Liebe Britta,

ich möchte einfach nur mal danke sagen für die wirklich tollen Worte, die Du gefunden hast. Mir sind nach dem Lesen plötzlich auch ein, zwei Berichte von natürlichen Geburten eingefallen, die ziemlich traumatisch verliefen - so hätte auch ich mir keine Geburt gewünscht. Ich will damit nicht sagen, dass mir da mein Kaiserschnitt lieber gewesen ist; aber Du hast absolut Recht, jeder hat einfach seine eigene Geschichte, und die ist nicht immer nur toll, wenn man natürlich gebären konnte, und nicht immer nur schlecht, wenn man einen Kaiserschnitt hatte. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grau - und manchmal sogar Bunt... :-))
Unsere kleine Maus ist jetzt ein Jahr und acht Monate alt, und wir lieben sie über Alles. Jetzt wünschen wir uns ein zweites Kind, und zwar ist das Kaiserschnitt-Thema im Moment überhaupt nicht bei mir im Vordergrund, aber ich weiß genau, dass die Angst vor einem weiteren mit einer erneuten Schwangerschaft wieder hoch kommen wird. Ich habe mir jetzt eine Therapeutin gesucht, und ich muss sagen, jetzt, wo ich diesen Schritt gemacht habe (habe Monate gebraucht vom Organisieren von Adressen bis zur endgültigen Terminabsprache... es fiel mir doch schwerer als ich dachte, diese Schritte zu tun), bin ich unendlich erleichtert und freue mich sogar schon richtig auf diesen Termin!! Endlich ist da jemand, der sich - neben meinem Mann - ganz genau anhören wird, was passiert ist und wie sich das anfühlt. Jemand, der sich Zeit für MICH nimmt! Und nicht jemand, der nur sagt: "Sei doch einfach froh, dass das Kind gesund ist..."
Also, nochmals danke für Deine Zeilen - ich finde, sie machen einem wirklich Mut und lassen Dinge auch nochmal in einem anderen Licht erscheinen!

Liebe Grüße
Karin

 
 
929


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:So 08 Mär 2009 09:15:24 CET
Betreff:Antwort an Anja
 

Liebe Anja,
auch bei Ihnen kann ich gut verstehen, dass der Satz für Sie persönlich nicht heilsam ist. Aus meiner Erfahrung heraus, braucht es sehr individuelle Schritte, um zu heilen. Nicht jeder Ansatz oder jedes Vorgehen ist bei jedem Patienten gleich.
Ich arbeite immer und ausschließlich mit meinen Patientinnen individuell, daher schaue ich auch sehr genau, wann und wo ( und ob überhaupt) dieser Satz stimmig und heilsam wäre. Meistens kommt erste einmal in der Verarbeitung eines Traumas eine Phase, die fast ausschließlich mit Gefühlen zu tun hat. Schuld, Angst, Trauer, Wut, Enttäuschung.....wenn sich diese Wellen an Gefühlen gelegt haben, weil sie genügend Raum zum Erleben und Betrachten bekommen haben, dann kommt meist eine Phase, in der das Verstehen kommt. Warum habe ich das so erlebt? Gibt es größere Zusammenhänge, die ich entwickeln oder sehen kann?
Hier kann und sollte man viele unterschiedliche Fragen stellen. Erst nach diesem Prozess ist übrigens die Frage nach dem Potential in der Erfahrung angebracht. Dies kann man kaum am Anfang des Heilungsweges beantworten. So ist es ein Weg, den man beschreitet. Und diesen Weg geht man leichter mit Hilfe, mit Unterstützung durch einen erfahrenen Therapeuten. Dies kann dann sehr heilsam sein.
Wenn Sie diesen Weg alleine gehen, dann ist das auch möglich, aber manchmal auch erschwert, weil Sie selber nicht weiterkommen oder einen äußeren Spiegel benötigen. Dann erschließt sich nämlich das Übergeordnete in Ihrem Leben besser, weil der Therapeut einen Abstand hat. Von außen kann man das in den meisten Fällen etwas einfacher betrachten.
Aber, wie gesagt, der oben genannte Satz ist nicht für alle Mütter und zu jeder Zeit der Verarbeitung gedacht und auch nicht sinnvoll.
Ich möchte Ihnen Mut machen auf Ihrem Weg Möglichkeiten zu suchen, die Türen auf zu lassen und durch eine achtsame Begleitung jedoch auch zu machen zu können, wenn Sie sich das wünschen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie wieder Wahl in Ihrem Leben ( mit Ihren Türen) bekommen :-)
Herzlichst, Katrin Mikolitch

 
 
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Name:
Nikola Leutgeb (Vertretung von Katrin Mikolitch) (nikolaleutgeb@aol.com)
Datum:Sa 07 Mär 2009 10:13:54 CET
Betreff:Eintrag von Britta
 

Liebe Britta,

vielen Dank für Ihren schönen mutmachenden Eintrag! Und ich kann Ihnen nur beipflichten bei einer Geburt wird meiner Meinung nach nicht nur ein Kind, sondern auch eine Mutter und - ich gehe noch einen Schritt weiter - eine Familie geboren. Und alle Beteiligten müssen sich erst in ihrer neuen Rolle zurecht finden. Wie leicht oder schwer es dem einzelnen fällt liegt sicher an der eigenen Persönlichkeit und in dem bereits Erlebten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles alles Gute und ich denke sie sind auf IHREM Weg!

Von Herzen alles Liebe Nikola Leutgeb

 
 
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Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Fr 06 Mär 2009 10:10:40 CET
Betreff:Frau Mikolitch
 

Liebe Frau Mikolitch
mit dem Satz “Die Geburt ist Spiegel der eigenen Biographie” habe auch ich, genauso wie Janina, gehardert. Hilfreich ist er mir auch nicht. Mir persönlich kam als erstes in den Sinn: “Dann muss ja mein Leben auch eine ganze Katastrohe gewesen sein”. Klar hat man nicht immer super Momente im Leben, es gibt viele Hoch’s und Tiefs, Situationen, von denen man nicht genug bekommen kann und Momente,die man am liebsten verdrängen würde. Aber das ist ja bei jedem so. Nur nicht jeder kriegt einen Kaiserschnitt.
Ich weiß von meiner Geburt, dass ich 21 Tage zu spät geboren bin (die haben sich definitiv nicht verrechnet) und meine Mutter drei Tage zum Krankenhaus gelaufen ist, weil sie meinte, es ginge los. Dann wurde ich auf normalem Weg geboren, mußte aber in der ersten Minute Sauerstoff bekommen, weil ich nicht geschrieen und geatmet habe und das Fruchtwasser war grün. Ab der zweiten Minute war alles wieder in Ordnung. Sollte so ein Erlebnis denn tatsächlich so schwerwiegend auf einem lasten und im Leben eine Rolle spielen bzw für die Kaiserschnitte "verantwortlich" sein? Sicher sagen Sie nun, da ist ja schon die erste Katastrophe in meinem Leben.
Ich weiß, ich frage sehr speziell und ich weiß auch nicht, ob das hier im Forum so ok ist, nur momentan kreist mir so viel im Kopf rum und ich finde keinen anderen, der mit mir über das Thema redet und auch so fühlen und denken kann wie ich. Deswegen hechte ich auch so nach den vielen kleinen "Häppchen", die ich hier finde. Und ob ich in nächster Zeit mal einen Therapieplatz bekommen kann, ist fraglich. Dazu muss es ja auch noch mit der Therapeutin klappen. In einer Kur letztes Jahr habe ich versucht, mich in mehreren Sitzungen mit dem Kaiserschnitt und meinem Leben auseinanderzusetzen. Nun haben wir viele kleine Türen in meinem Innersten geöffnet und ich kriege sie nicht wieder zu.

 
 
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Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Fr 06 Mär 2009 10:09:56 CET
Betreff:Ines
 

Liebe Ines
ich danke Dir für Deinen Beitrag im Forum, er hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich habe viel überlegt heute nachmittag. Es ist schon richtig, was Du geschrieben hast - viel selber zu entscheiden hatte ich wirklich nicht. Selbst meine Hebamme wurde ja anscheinend noch übergangen. Aber wie will man sich da wehren? Wenn man das erste Mal in so eine Situation wie eine Geburt kommt, weiß man doch nicht, was passiert. Man kann viel lesen, aber erleben ist ja was anderes. Wie soll man da richig entscheiden? Ich meine, man kann ja schlecht mit heftigen Wehen inklusive PDA im Rücken die Klinik verlassen und sich was Neues suchen. Im Endeffekt steht man doch in dem Moment, wenn man in den Kreissaal betreten hat, mit dem Rücken an der Wand und kommt da nicht wieder raus. Ich kann mich wenig an die Entscheidungsfindung im Kreissaal erinnern, habe viel in den OP-Berichten gelesen, um das Erlebte einigermaßen wieder genau zusammenzukriegen. Aber mich hat nie jemand gefragt, ob wir noch einen Tropf wollen - ich bekam ihn, weil angeblich die Wehen weniger wurden -, ob die Fruchtblase nun oder später oder überhaupt aufgemacht werden soll. Oder ob ich bei den Wehen stehen, liegen oder sitzen wollte (ich wollte immer gerne auf den Hocker und mich am Tuch festhalten - ich durfte das nie, weil das erst dann geht, wenn man kurz vorm Pressen ist, sagte mir die Hebamme mal). Die Kanülen sind einfach gelegt worden, die Behandlungen einfach gemacht und sind nur kurz erklärt worden. Das mit den Fruchtblasen-Öffnen habe ich auch nie verstanden. Es sollte irgendwie der Druck wegen der Herztöne genommen werden, oder das Kind sollte runterrutschen, sagte man mir kurz davor (bei meinem zweiten Kind hatte die Fruchtblase den Muttermund geöffnet, aber der Kopf saß noch über dem Beckeneingang, sagte meine Hebamme). Aber ich hätte von mir aus nie gesagt, wir machen das Ding nun auf. Und da sind wir wieder bei den Entscheidungen. Nur, man vertraut doch irgendwie auf Hebammen und Ärzte, oder?
Mein Arzt sagte damals, er wollte wissen, wie sich die Herztöne unter Wehen machen. Er hatte ein CTG geschrieben und er meinte, dass die Herztöne runtergingen, wenn ich leichte Wehen hatte. Zudem sagte er noch, dass der Termin ja schließlich auch erreicht sei, da bei so einem Wehentest anschließend die Geburt meist losginge, dann könne man das nun auch ruhig machen. Dann schickte er mich ins Krankenhaus. Den Wehentest macht man übrigens heute nicht mehr - ich frage mich ernsthaft, warum...
Mein Mann hat mich in all den Situationen niemals in den Arm genommen und getröstet, meine Eltern und Freundinnen auch nicht. Das war nur ein Punkt, der mir sehr weh getan hat. Schuld hat man mir zum Glück nie gegeben, es wurde nur so hingenommen. Man hat immer nur die Kinder gesehen und das alle gesund waren. Ich suche alleine nach den Fehlern, will ja auch wissen, warum das alles so gelaufen ist. Aber wie soll man dabei gut mit sich umgehen? “Das Beste aus der Situation gemacht”...was hat man denn dabei gut gemacht?
Ich würde so gerne noch mal schwanger werden, all die schönen Monate genießen, in denen Leben in mir heranwächst. Aber wenn ich dann daran denke, wie das ganze endet, möchte ich das Kind am liebsten für immer in mir drin behalten. Man hat es mir ja schon - wie auch der Nicole - gesagt, dass ich das nächste Mal auch wieder einen Kaiserschnitt bekomme und dann soll’s ja auch die letzte Schwangerschaft gewesen sein, weil es sonst zu riskant wird. Meine Hebamme sagte mal, dass es aber auch Kliniken gibt, die keinen Kaiserschnitt planen, sondern dass das Kind entscheiden kann, wann es kommen will und die Frauen somit auch für einen gewissen Zeitraum Wehen haben dürfen, bevor die Geburt mit dem Kaiserschnitt beendet wird. Insgeheim wünsche ich mir dann, dass es vielleicht dann ja doch noch mal gut geht...

 
 
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Name:
Britta (flyholm@t-online.de)
Datum:Do 05 Mär 2009 21:00:42 CET
Betreff:natürliche Geburt auch nicht immer komplikationslos
 

Hallo,

ich hatte hier vor einiger Zeit auch mal von meinem Geburtserlebnis berichtet(sek Sectio). Seitdem ist einige Zeit ins Land gegangen, unsere Tochter ist mittlerweile 7 Monate alt und ein richtiger Sonnenschein.

Ich weiß nicht, wie ich jemals denken konnte, sie nicht richtig lieben zu können, sie ist mein ein und alles. Und ich weiß, dass sie mich auch sehr liebt. Sie hängt sehr an mir, ohne aber klettig zu sein. Sie ist sehr aufgeschlossen und neugierig und sehr verschmust. Mein Mann ist der Meinung, dass wir gerade wegen des zusammen erlebten Kaiserschnittes eine ganz besondere Bindung und Beziehung haben.

Ich bin in einer Krabbelgruppe und habe mich mit einer Mutter angefreundet, die das Glück hatte ihr Kind normal zu gebähren. Wir haben viel darüber gesprochen und ich bin auf einmal nur froh, DAS nicht erlebt zu haben. Sie lag 36 Stunden in den Wehen mit allen pipapo. Und das Kind kam dann per Saugglocke und sie ist gerissen noch und nöcher (Damm und die Scheide hoch). Sie hat bis heute Probleme und SChmerzen mit der Narbe. Leider wurde das auch noch schlecht genäht so dass sie zum aufmachen nochmal in die Klinik muss. Auch sie hat ein Kind das oftmals recht anstrengend ist (sind das nicht die meisten ;-)) und auch sie hatte nach der Geburt lange das Gefühl eher eine Versorgerin als eine Mutter zu sein.

Warum ich das hier erzähle? Mir haben die Gespräche mit ihr dabei geholfen, zu erkennen, dass ich so eine Geburt wahrscheinlich auch hätte haben können und definitiv für mich UND für mein Kind nicht gewollt hätte!!!! Auch normal gebährende Mütter haben Bewältigungsprobleme mit ihrer Geburt, etc. Ich bin jetzt nicht mehr ganz so neidisch auf alle "normal" Gebährenden" (nur auf einen Freundin, die ihr Kind innerhalb von 3 Stunden ohne Risse im Geburtshaus zu Welt gebracht hat- DAS wollte ich so auch ;-))

Ich finde es immer noch spannend Eure Geburtsberichte zu lesen und mich darin wiederzufinden oder auch nicht. Ich kann mit dem Erlebten heute besser leben, es annehmen, auch die schmerzhaften Gefühle, die damit immer noch verbunden sind und wahrscheinlich immer bleiben werden. Das ist aber von Zeit zu Zeit mal einfacher, mal schwerer.

Mein persönlicher Gedanke ist, dass eine Frau nach einer Geburt - wie auch immer sie verlaufen ist - nie mehr dieselbe ist wie davor. Jede Frau verbindet ihre Geburt mit Gefühlen unterschiedlichster Art. Wir ALLE haben in jedem Fall auch Freude erlebt- über unser gesundes und wundervolles Kind. Den Schmerz und das Gefühl des Versagens empfinde ich immer noch, hab aber angefangen, es in mein Leben und in meine Person, die ich heute bin, zu integrieren. Das ist aber noch ein mühevoller Weg, den ich aber zurzeit alleine gehe. Vielleicht suche ich irgendwann wirklich nochmal Hilfe, wenn das 2. Kind geplant ist....

Ich wünsche allen Müttern, egal wie sie entbunden haben, die Kraft sich als "neue" Person zu finden, den Schmerz annehmen zu können und viele gute Gedanken bei der Bewältigung ihres persönlichen Erlebnis.

Liebe GRüße,
Britta

 
 
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Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Do 05 Mär 2009 14:19:48 CET
Betreff:Antwort an Nicole, Ines und Janina
 

Liebe Nicole,
grundsätzlich heißt es heute nicht mehr: "Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt". Allerdings sollte man immer und insbesondere nach 2 Sectio's genau schauen und beraten, was und wie man bei der nächsten Schwangerschaft, bzw. Geburt vorgeht. Sie hatten 2 unterschiedliche Gründe für die Sectio. Die meisten Frauenärzte raten tatsächlich zu einem erneuten 3-ten Kaiserschnitt. Ich kenne Mütter nach 2 Sectio's mit nachfolgender vaginalen Geburt. Dazu braucht es zum einen ein geburtshilfliches Team, was absolut hinter Ihrem Wunsch nach einer vaginalen Entbindung steht.Zum anderen braucht es eine gute Grundlage, dass alle vorherigen Kaiserschnitte sehr gut psychisch , wie körperlich integriert und geheilt sind.
Allerdings muss man sagen, dass man hier keine Prognose abgeben kann, wie die Geburt dann tatsächlich endet. Es hängt von vielen sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Ich möchte Ihnen Mut machen, dass Sie sich individuell beraten lassen. Und durchaus auch schon in der Planungsphase ;-)
Herzliche Grüße!

Liebe Ines, Danke für Ihr Kommentar! :-)

Liebe Janina,
ich kann Ihren Einwand sehr gut verstehen. Allerdings geht es bei diesem Leitsatz in keinem Fall um Schuld. Es geht in der Aufarbeitung mit diesem Leitsatz um das Verstehen, der eigenen Situation und des Erlebten. So zeigen sich manchmal Zusammenhänge, die vorher kaum bewußt war. Z.b. dass man selber ein Kaiserschnittkind ist oder wie gehe ich persönlich mit Übergangsphasen um? Oder wie sah meine eigene Geburt aus?
Diese Satz hilft in der Regel, wenn ich Patientinnen begleite und darin die größeren Zusammenhänge gesehen und verstanden werden.
Meist ist das aber garnicht so einfach ;-)
Es gibt im Leben Dinge oder Ereignisse, die sich wiederholen. Beispielsweise das Gefühl von Schuld oder das Gefühl versagt zu haben. In der Regel taucht dies nicht nur und ausschließlich während der erlebten Sectio auf, sondern man findet dies auch in anderen Situationen.
Die genaue Aufarbeitung ist allerdings mit Hilfe eines Therapeuten sinnvoll. Dieser hat einen neutralen Blick, den man meist für sich selber nicht hat.
Spannend für Sie wäre vielleicht genau dieses Thema von Schuld anzuschauen? :-)
Herzliche Grüße und bei weiteren Fragen melden Sie sich gerne,
Katrin Mikolitch

 
 
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Name:
Janina (Nina ch@web.de)
Datum:Do 05 Mär 2009 13:51:42 CET
Betreff:An Frau Mikolitch
 

Den Satz "Die Geburt ist Spiegel der eigenen Biographie." finde ich nicht sehr heilsam. Natürlich hat es mit der eigenen Biographie zu tun, warum man so oder so mit der Geburtserfahrung umgeht und was davon noch immer wehtut oder nicht. Aber der Satz klingt, als ob man selbst Schuld an dem hätte, was einem passiert ist. Als ob die Geburt nur so gelaufen wäre, weil die Biographie so ist.

 
 
922


Name:
Ines (Ines.Maren@gmx.de)
Datum:Do 05 Mär 2009 13:40:21 CET
Betreff:keine Kinder gebären können; Anja
 

Im Buch: "Es war eine schwere Geburt" steht: „ Wenn Sie denken, bei Ihrer Geburtsarbeit versagt zu haben, dann haben Sie mit ziemlicher Sicherheit menschlich verletzendes Verhalten erfahren. Sprechen Sie über alles, das Sie erniedrigend erlebt haben, mit einer Fachperson, die nicht Teil Ihres geburtshilflichen Teams war…..Sie haben das Recht, darüber unermesslich wütend zu sein! Lange genug haben Sie nach den Fehlern bei sich selbst geforscht und sich schuldig gefühlt….Ich bin mir sicher, dass Sie Ihr Äußerstes an Einsatz aufgebracht haben,…Sie haben das Beste aus der Situation gemacht,….Gehen Sie selbst wenigstens liebevoll mit sich um…“
Man braucht nur den Bericht über deine beiden Geburten zu lesen und findet unzählige Situationen in denen Du nicht selbst entscheiden durftest, genötigt (z.B. ungewollter Besuch) und erpresst (z.B. PDA) wurdest. Meine Erfahrung ist: wenn einem alles aus der Hand genommen wird, bevor man selbst handeln kann, fühlt man sich unfähig und kann es am Ende wirklich nicht! Natürlich vertrauen wir auf das Wissen von Ärzten und Hebammen und nehmen dankbar die Hilfe an, die sie uns geben können. Hast Du deinen Arzt mal gefragt warum er den Wehenbelastungstest machen wollte? (Wurde mir nie angeboten.) Und wie ist das beim Wehentropf? Ist da nicht die Gefahr größer, dass die Herztöne des Kindes leiden? Und was ist das eigentlich immer mir der Öffnung der Fruchtblase, wovon ich im Forum immer wieder lese? Damit soll wahrscheinlich die Geburt vorangetrieben werden, aber wurde das vielleicht zu früh gemacht?

 
 
921


Name:
Nicole (Nicole.karwatzki@gmx.de)
Datum:Do 05 Mär 2009 10:24:58 CET
Betreff:3.KS?
 

Ich habe zwei gesunde Kinder geboren und bin auch über meine beiden KS mittlerweile hinweg, trotzdem möchte ich gerne wissen ob es der Wahrheit entspricht das ,wenn ich nochmal schwanger werden würde,ich dieses Kind auf jeden Fall auch wieder mit KS bekommen müßte.Der Grund für die ersten beiden waren biem ersten Kind Beckenendlage und großes Kind(Kopf 37 cm)und beim zweiten hatte ich eine Notsectio wegen einer Plazentaablösung.
Also muß ich auf jeden Fall noch eine Sectio haben oder kann ich auch spontan Entbinden.
Geplant ist unser drittes Baby bis jetzt nur im Kopf für in 3 Jahren aber trotdem läßt es mir keine Ruhe nicht zuu wissen ob "der Zug wirklich abgefahren ist"(so sagten die im KH so nett).

Liebe Grüße
Nicole

 
 
920


Name:
Katrin Mikolittch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Fr 27 Feb 2009 16:58:23 CET
Betreff:Worte an Diana, Anja, Sissi und Ines
 

Liebe Kaiserschnittmütter,
jetzt komme ich erst wieder dazu Ihnen und Euch zu schreiben.Entschuldigen Sie die verspäteten Antworten ;-)
Ich finde es sehr schön, wie hier ein richtiges "Gespräch" ;-) zustande kommt. Toll, wie sich hier die betroffenen Mütter untereinander unterstützen.

An Diana,
Dir noch einmal herzlichen Dank für die Seminarteilnahme und Deine Worte hier im Forum. Liebe Grüße an Dich!
Liebe Anja,
Ihnen vielen Dank für Ihren ausführlichen Eintrag Ihres Geburtserlebnisses. Und natürlich könnte eine Therapeutin Ihnen weiterhelfen Ihre Fragen zu klären. Während einer Geburt spielen viele Dinge eine Rolle, nicht nur die physischen Aspekte, sondern auch die psychischen. Dies herauszubekommen, welche Anteile noch eine Rolle gespielt haben, ist sehr heilsam. Größere Zusammenhänge können klarer werden. Was hat das Erlebte mit mir und meiner eigenen Geschichte zu tun? Oder nehmen Sie einmal den Gedanken: Die Geburt ist Spiegel der eigenen Biographie.
Spüren Sie einmal nach, was Sie weiter erforschen wollen.
Herzlich Grüße!
Liebe Sissi,
zu Ihrer Frage, bezüglich der sekundären Sterilität nach Sectio. Es gibt einen Teil der Frauen, die nach dem Kaiserschnitt nicht so schnell wieder schwanger werden. Nach 5 Jahren ist die Schwangerschaftsrate nach erfolgter vaginaler Geburt tatsächlich etwas höher.
Ich möchte Ihnen Mut machen: wenn ein Geburtstrauma noch im Körper "steckt", dann wäre es immer sinnvoll eine Traumalösung, eine körperorientierte Therapie oder Ähnliches zu versuchen.
Die beste Grundlage wieder schwanger zu werden, ist die gute und nachhaltige Verarbeitung der ersten Geburt.
Vielleicht schauen Sie sich einmal um nach einem Therapeuten. Vielleicht hier auch auf der Netzwerkliste der Beratungsstellen. Ansonsten können Sie sich gerne auch an mich wenden, wenn Sie weitere Fragen haben.
Herzliche Grüße!

Liebe Ines, Ihnen herzlichen Dank für Ihr reges Interesse und Antworten im Forum.

Ich wünsche allen Müttern und Vätern, die hier stöbern einen schönen Frühlingstag,
Katrin Mikolitch

 
 
919


Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Fr 27 Feb 2009 13:55:55 CET
Betreff:An Ines
 

Liebe Ines
Danke für Deine Antwort. Ich dachte schon, es meldet sich gar keiner mehr... Meinen Arzt zu wechseln hatte ich schon mal überlegt, nur er ist eigentlich recht gut und mehr als genau. Er hat uns auch sehr beim Kinderwunsch unterstützt, als es nach dem ersten Kind nicht mehr klappen wollte. Normalerweise hat er auch ein offenes Ohr. Nur beim Thema Geburt will er wohl kein Risiko eingehen und lenkt anscheinend bei der kleinsten Sache auf Kaiserschnitt um. Ich schätze ihn so ein, dass es ihm wichtiger ist, dass alle gesund sind, er sich nichts zu schulden kommen läßt und dass er den Gefühlen, die Frauen dann nach dem Kaiserschnitt haben können, weniger Gewicht gibt. Im Grunde ist meine Familie mütterlicherseits total mit Kaisrschnitten vorbelastet. Bis auf meine Mutter haben meine Tante, Großtante und meine Oma ihre Kinder alle per Kaiserschnitt bekommen. Warum, weiß ich aber nicht genau und mag auch nicht nachfragen. Vielleicht habe ich ja doch was erbliches mitbekommen. Aber andereseits bin ich mir nicht sicher, ob’s nicht doch an der Psyche liegt. Die Angst vor dem Versagen aus dem ersten Kaiserschnitt ist auch beim zweiten Mal auch dabei gewesen, wenn auch unterdrückt. Sich so fallen zu lassen, kann ich nicht, da bin ich irgendwie nicht der Typ. Ich bin recht ernst. Dazu hatte ich, das sagte meine Hebamme bei der letzten Schwangerschaft, einen straffen Beckenboden, weil ich immer viel Sport gemacht habe. Aber das war meiner Meinung nach auch besser geworden als es dann los ging. Jedenfalls war das Gewebe weich geworden, das sagte die Hebamme immer. Ich stütze meine Hoffnung nun erst mal auf die Therapie, aber das dauert ja noch anscheinend sehr lange, bis ich einen Platz bekomme. Und ob ich da Antworten bekomme, weiß ich auch nicht - welches Wissen speziell zu diesem Thema kann die Therapeutin denn haben? Hebamme ist sie jedenfalls nicht. Ich bin mir unsicher. Vor allem, weil man ja immer wieder von vorne anfangen muss zu erzählen. So eine Hebamme, wie hier bei den Beratungsadressen angegeben, gibt es bei uns leider nicht.
Geboren worden sind meine Kinder nicht, sie wurden rausgeschnitten. Und das ist für mich ein Grund zu sagen, dass ich eigentlich keine Kinder bekommen kann, weil ich sie ja auch nicht gebären konnte. Manche mögen mit dem Kopf schütteln, aber für mich stehen die Gefühle so fest. Zu fühlen, was da in meinem Bauch war und zu fühlen, wie es da rauskommt ist meiner Meinung nach der ausschlaggebene Punkt, ein Kind geboren zu haben. Und rausschneiden ist jedenfalls nicht das richtige Gefühl. Das haben andere gemacht und nicht ich.

 
 
918


Name:
Ines (Ines.Maren@gmx.de)
Datum:Mi 25 Feb 2009 13:39:33 CET
Betreff:An Anja
 

Ich glaube, dass die Psyche einen Einfluss darauf hat. Diese Argumente mit Becken zu klein und Kopfform passt nicht kommen mir als Laie komisch vor, wo man doch im Vorbereitungskurs hört, dass sich die Symphyse lockert, das Becken weitet und die Kopfplatten des Kindes sich übereinander schieben können.(können!) Aber beim Kurs ist uns auch klar geworden wie eng der Weg nach draussen ist. Das Kind macht ganz schön was mit und der Weg nach draussen ist ja auch nicht einfach gerade. Von daher ist klar, dass solche Komplikationen es unmöglich machen. Die Psyche hat mit Sicherheit grossen Einfluss darauf, ob das Gewebe weicher wird und sich dehnt. Warscheinlich sind mehrere Sachen zusammen gekommen. Ausserdem gibt es immer Situationen wo der eigene Körper nicht so will wie er soll oder man sich das wünscht. Da hilft dann auch kein Entspannen oder ähnliches. Daher ist es für die Ärzte vielleicht auch schwierig den genauen Grund herauszufinden. Manchmal denke ich, die Leute sagen einem etwas, weil sie wissen das man das braucht und es einem gut tut. Aber im Grunde denken sie: ce la vie; es gibt Dinge die passieren ohne das jemand Schuld daran hat oder das man es erklären könnte. Warum schreibst Du, dass Du „keine Kinder bekommen kannst“? Du bist doch schwanger geworden und nun Mutter, oder? Deinen Arzt finde ich übrigens unsensibel, vielleicht solltest Du wechseln. Ärzte haben nicht immer recht. Das sieht man an den Menschen die schon aufgegeben wurden und immer noch leben.

 
 
917


Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Mi 18 Feb 2009 16:09:36 CET
Betreff:Frage
 

Ich habe mal eine Frage: Kann man auch nach dem Kaiserschnitt noch herausfinden, warum es soweit gekommen ist? Man sagte mir bei beiden Kindern nur, dass ich einen Geburtsstillstand hatte, die Herztöne schlechter wurden und das Kind rausmußte (siehe Beitrag 912). Aber keiner konnte mir sagen, warum plötzlich nichts mehr ging. Einmal hat ein Arzt ein Promotorium festgestellt, der nächste fand nichts Auffälliges im Becken. Ich kriege keine Antworten, die mich zufrieden stellen. Ich habe ja die OP-Berichte, aber da steht keine sichere Diagnose außer Geburtsstillstand in der EP drin. Wenn ich meinen Arm gebrochen habe, kann ich das auf dem Röntgenbild sehen. Dann weiß ich, was Sache ist. Aber hier ist alles so wage, es gibt keinen “Beweis”. Keiner hat vor der OP mein Becken ausgemessen oder mich dahin gehend untersucht. Mein FA ist ein Kaiserschnittfreund - glaube ich, weil er oft darüber spricht und es sicher findet - und hat immer nur gesagt, dass es wahrscheinlich ist, dass die Kopfform nicht zu meinem Becken paßt, weil das erste Kind ja auch per Kaiserschnitt gekommen ist und das zweite den selben Vater hat. Dann würde schon von der Genetik her es wahrscheinlich sein, dass wieder geschnitten werden muss. (Den Satz nach dem zweiten Kaiserschnitt: “Das habe ich Ihnen ja gleich gesagt...” konnte er sich kaum verkneifen) Aber belegen kann er das ja auch nicht, weil er das nicht untersucht hat. Ich brauche irgendwas zum gucken, um zu verstehen, warum ich keine Kinder bekommen kann. Ich werde noch verrückt, wenn alle nur sagen: “Du hast ja alles versucht, es ist nun mal so, vielleicht ist das Becken zu klein”... Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Gibt es nicht irgendwas, wie man herausfinden kann, ob’s am Becken - also meiner Anatomie - oder sonstwo liegen kann? Wieviel Gewicht hat denn der psychologische Anteil bei der Geburt? Die Angst, dass es wieder schief geht. Macht man dann “dicht” und kann sich nicht mehr entspannen? Warum können die Kinder dann nicht ins Becken rutschen? Ich finde einfach keine Antworten auf meine Fragen und weiß nicht, ob eine Therapeutin mir da weiterhelfen kann.

 
 
916


Name:
anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Fr 13 Feb 2009 23:17:44 CET
Betreff:Zusatz
 

Liebe Sissi,
ich denke aber auch, dass die negativen Gedanken, die man mit der vorhergegangenen Geburt verbindet, dazu führen können, dass man nicht mehr schwanger werden kann bzw Probleme damit hat. Vielleicht war das auch bei mir so, dass die Hormone nicht mehr stimmten. Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen kann, dass durch einen Kaiserschnitt eine Frau keine gesundheitlichen Probleme bekommen kann. Bestimmt gibt es Frauen, die das wegstecken und sich keine Gedanken um die Umstände der Geburt machen.
Aber auch, wenn man meint, den Eingriff gut verkraftet zu haben, denke ich, dass sich die Gefühle, wie Versagensängste, Schmerz, etc., auch unterschwellig negativ auf uns auswirken können. Von daher kann ich nicht verstehen, dass die Ärzte dieses bei Dir nicht in Betracht ziehen. Vor allem, weil Du ja auch eine Therapie gemacht hast, was ja zeigt, dass Du den Kaiserschnitt nicht gut verkraftet hast. Ich würde an Deiner Stelle zuerst an diesen Punkt anknüpfen, um herauszufinden, was nicht mehr stimmt.

Kannst Du mir vielleicht sagen, was Du in der Therapie erlebt hast, wie das ablief, etc? Ich habe mich bei einer Therapeutin einschreiben lassen, bin aber unsicher, was mich da erwartet und ob mir das helfen kann, meine Erlebnisse zu verarbeiten bzw zu verstehen. Gerne auch als PN an obige Mail-Adresse.

 
 
915


Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Fr 13 Feb 2009 22:59:36 CET
Betreff:Ungewollt kinderlos nach Kaiserschnitt
 

Liebe Sissi,
ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich fühlst. Auch bei mir klappte es nach dem ersten Kaiserschnitt nicht mehr mit dem Kinderkriegen. Als unser Sohn ein Jahr alt war, wollten wir wieder schwanger werden. Ich hatte Hormonschwankungen und deswegen selten einen Eisprung. Es war alles durcheinander, ich stand mit einem Bein in den Wechseljahren (mit 28 Jahren!), so niedrig waren meine Hormonwerte. Die Haare fielen verstärkt aus, es war echt grausam. Mein FA hat damals gesagt, dass Stress - der Druck, schwanger werden zu wollen oder auch durch die Arbeit, etc - auch dazu führen kann, dass das Gehirn die Hormone nicht mehr richtig steuert und dem Körper somit suggeriert, dass er nicht für ein weiteres Kind bereit ist. Wir haben auch Hormonbehandlungen gehabt, d.h. ich habe Hormone genommen und dann wurde im richtigen Augenblick der Eisprung ausgelöst. Hat auch nicht geklappt. Im Endeffekt habe ich mal durch Zufall eine Reportage über kinderlose Paare gesehen, wo eine Frau nach vielen künstlichen Befruchtungen endlich schwanger "geblieben" ist, weil sie ihre Ernährung umgestellt hat. Angeblich würde Gluten bei ihr dazu führen, dass sich die befruchtete Eizelle nicht einnisten würde. Ich habe das mit der Ernährungsumstellung ausprobiert und war nach drei Monaten schwanger. Zu dem Zeitpunkt hatten wir dreieinhalb Jahre versucht, schwanger zu werden. Allerdings kann ich nicht sagen, ob es nun wirklich an der Ernährungsumstellung gelegen hat oder wir einfach mal Glück hatten. Zu dem Zeitpunkt waren wir damit beschäftigt, eine neue Hormonbehandlung zu beginnen und da war ich vielleicht ein wenig gelassener. Bitte nagel mich nun nicht darauf fest, ich kann nur sagen, wie es mir ergangen ist, ich bin kein Arzt. Ich habe mich nie untersuchen lassen, ob es nun wirklich daran lag. Ich war nur froh, schwanger zu sein. Eine Ernährungsumstellung kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen, also bitte erst mal informieren. Komischerweise hatten wir aber auch im Bekanntenkreis ein Pärchen, die Probleme mit dem Kinderwunsch hatten, wo sie dann auch die Ernährung umgestellt hat und nun auch schwanger ist. Wende Dich doch sonst mal an eine Ernährungsberatung. Vielleicht haben die ja Informationen zu dem Thema.

Dass Frauen nach einem Kaiserschnitt-Trauma ungewollt kinderlos bleiben, habe ich auch gehört(und ja auch selber erlebt) und kann es mir gut vorstellen, dass das Thema auch mit der Psyche zu tun hat. Was sagt denn Dein(e) Therapeut(in) dazu? Kann man Dir da vielleicht helfen? Es gibt auch Heilpraktiker, die sich auf Psychologie spezialisiert haben.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und dass bald wieder zwei Herzen in Dir schlagen.

 
 
914


Name:
Sissi (@S.Lehner@gmx.de)
Datum:Fr 13 Feb 2009 13:55:12 CET
Betreff:weitere Kinder nach Kaiserschnitt
 

Hallo!

Ich hätte mal eine Frage an alle! Wir bekamen unseren Sohn im November 2004 unter nicht so glücklichen Umständen per ungeplanten Kaiserschnitt. Mir ging und geht es bis heute (trotz Therapie) damit noch immer nicht gut. Seit 2006 wünschen wir uns nun so sehr ein 2. Kind. Nach 3 Fehlgeburten und einer großen Op hat sich leider noch nichts getan. Wenn ich meine Ärzte frage ob das wohl mit dem Kaiserschnitt zu tun hat, werde ich immer groß angeschaut und die Frage strikt verneint. Da könne nichts sein. Trotzdem lese und höre ich aber immer wieder davon, daß ein Kaiserschnitt bei ca. 10-15% der Frauen dazu führt keine Kinder mehr bekommen zu können.
Hat jemand Erfahrung damit?

 
 
913


Name:
Diana (van_wickeren@gmx.de)
Datum:Do 12 Feb 2009 20:49:42 CET
Betreff:Anja u. Kathrin
 

Hallo Anja,
auch ich wurde gegen meinen Willen am Tag des KS von meinen Eltern besucht.
Ich hatte lange vorher, als ich noch an eine "normale" Geburt geglaubt hatte äusserte ich bereits den Wunsch, den ersten Tag ganz allein mit unserem Baby (und meinem Mann natürlich) gelassen zu werden. Kaum auf dem Zimmer ging das Telefon, meine Mutter wollte sich erkundigen wie es mir geht und was nun ist, ich sagte nur "das Baby ist da, ich hatte einen Kaiserschnitt, bin gerade erst auf dem Zimmer", ich sagte ihr, daß mein Mann nachher kommt und alles erzählt und legte dann auf. Mein Mann ist dann später zu seinen und meinen ELtern gefahren um alles zu berichten und damit ich "mich erholen und schlafen" kann. Ich war so müde und erschöpft, aber ich wollte nur MEIN BABY sehen, ich hatte eine Kopie des ersten Fotos auf dem Tischchen stehen, das echte hatte mein Mann mitgenommen. Ich weiss noch daß ich diese Kopie die ganze Zeit angestarrt und ihr heulend die Wange gestreichelt habe. Mein Mann sagte meinen Eltern nochmal ausdrücklich, daß ich an diesem Tag keinen Besuch wünschte, doch sie kamen noch am gleichen Abend um ihren ersten Enkel zu sehen. Hätte ich aus dem Bett gekonnt wie alle anderen Mütter....ich wäre geflüchtet. Ich habe mich in den drei Tagen, die ich ans Bett gefesselt war und ausser einem Zwieback am dritten Tag nichts zu essen bekam so minderwertig gefühlt. Ich habe mich total erniedrigt gefühlt wenn die Schwestern unter die Bettdecke geschaut haben. Man konnte und durfte ja gar nichts!

Mir hat das Stillen auch so sehr geholfen! Ich habe gerade in den letzten Monaten jeden Moment genossen wenn er getrunken hat und war auch ein wenig traurig als er mit 15 Mon. von heute auf morgen nicht mehr wollte.

Hallo Kathrin,

Danke für die schöne Antwort.
Eine ehemalige Schulfeundin von mir ist Fotografin und wir haben Fotos machen lassen, als unser Sohn zehn Monate alt war. Alle drei mit nacktem Oberkörper. Das sind so schöne Bilder geworden, und darauf bin ich stolz!

LG Diana

 
 
912


Name:
Anja (rauchmaus@web.de)
Datum:Do 12 Feb 2009 10:12:54 CET
Betreff:Meine Jungs
 

Nachdem ich schon seit Monaten dieses Forum immer wieder besucht habe, habe ich nun doch den Mut - und die Ausdauer - gefunden, meine Geschichte aufzuschreiben. Ich kann mit keinem über meine Gefühle reden und wenn, höre ich immer dasselbe - dass, war alle hier zu hören bekommen: “Sei doch froh, dass ihr alles gesund überstanden habt, dass Euch geholfen werden konnte.” “Nun stell Dich doch nicht so an.” Mein Mann, meine Familie und Freunde können nicht verstehen, dass ich mich nicht als Mutter sehe sondern als Versagerin. Sie können mich nicht trösten und versuchen es auch gar nicht. Bis vor ein paar Jahren dachte ich immer, dass ich alles alleine kann und Sentimentalität nicht mein Ding ist. Augen zu und durch war immer mein Motto, so schnell erschütterte mich nichts. So war ich ja auch aufgewachsen, ich kannte kein Jammern. Und diese Schwangeren, die so esotherisch angehaucht auf innere Gefühle und Zeichen schwörten, waren nicht mein Ding. Heute glaube ich, dass ich sensibler bin, als ich dachte. Der Schmerz, den ich immer in mich reingefressen habe, läßt mich verzweifeln. Leider ist meine Geschichte sehr lang geworden. Sorry.

Mein Mann und ich hatten bereits nach kurzer Zeit des Kennenlernens geheiratet, da wir uns Kinder wünschten und so freuten wir uns sehr, als ich rasch schwanger wurde. Leider verlor ich unser erstes Kind, wurde aber kurz darauf wieder schwanger. Eigentlich war diese Schwangerschaft recht gut, ich nahm nur sehr viel zu, was mir zu schaffen machte. Aber nun, ich dachte mir, das wird schon wieder, normalerweise hatte ich nie Probleme mit dem Gewicht. Und so ging ich eigentlich auch recht gelassen die Geburt an. Ich hatte keine Angst, denn Kinder kriegen konnte ja nun nicht so schwer sein, das können ja auch andere. Einen Tag vor dem Termin wollte mein FA einen Wehentest machen, weil er meinte, so herausfinden zu können, wie die Herztöne unseres Kindes die Wehen verkraften. Ihm war da was nicht geheuer, keine Ahnung mehr. Ich dachte mir nichts dabei und ging mit meinem Mann ins Kkh. Da wurde mir das erste Mal richtig mulmig, denn ich war vorher noch nie im Kkh gewesen. Die Kreissaalführung war auch während des Hechelkurses ausgefallen, so dass wirklich alles fremd war. Eine Beleghebamme hatte ich auch nicht, ich war der Meinung, das wäre alles Schnick-Schnack. Kinderkriegen kann doch jeder, oder? Nun war alles anders. Dann kam vor der Untersuchung eine Ärztin zu mir und wollte mit mir das Aufnahmegespräch, auch wegen eines Kaiserschnittes führen. Ich entgegnete, dass ich den ja gar nicht wollte, aber die Ärztin sagte, das man das immer so machte, denn, wenn es unter der Geburt hektisch werden würde, gäbe es dafür keine Zeit. Ich betonte, dass ich am liebsten eine Ambulante Geburt wollte - ich glaube bis heute, dass ich damit mein Urteil selber gesprochen habe. Ich bin der Meinung, dass Krankenhäuser wirtschaftlich denken und ambulant bringt ja kein Geld. Bei unserem Kkh habe ich von so vielen KS gehört, so dass ich mir nicht vorstellen kann, dass früher fast jede dritte Frau bei der Geburt gestorben ist bzw. das Kind. Aber zurück zu dem Chaos. Nun saß ich da, mit Wehentropf und wartete, was nun passierte. Den ganzen Tag doktorten sie an mir rum, gaben mir Wehenmittel, schrieben unzählige CTG’s mit dem Ergebnis, das ich im Kkh bleiben sollte, obwohl die Wehen nach dem Test wieder weg waren und Ruhe eingekehrt war. Dass ich das überhaupt nicht wollte, interessierte keinen. Alle - auch mein Mann und meine Eltern (am Telefon) - drängten mich, im Kkh zu bleiben. Um halb acht merkte ich leichte, regelmäßige Wehen. Man schickte uns laufen. Um zehn Uhr blieb ich dann im Kreissbett liegen. Die Wehen wurden ein bischen stärker, die Hebammen waren mal da, dann wieder weg. Wehentropf. Die wollten unbedingt mein Kind zwingen, auf die Welt zu kommen. Mein Mann opferte seine Hand, die ich regelrecht zerquetschte. Aber ich dachte immer daran: jede Wehe bringt Dir Dein Kind ein bischen mehr in den Arm. Ich sollte immer nur liegen, dann wären die Herztöne wohl am besten. Und ich? Ich wollte am liebsten auf den Hocker und dort die Wehen verarbeiten. Durfte ich aber nicht. Dann schlug man mir die Wanne vor. Ich saß darin wie im Kanibalentopf, wußte nicht, wie ich mich entspannen sollte. Dazu kam, dass wir seit neun Uhr morgens im Kkh waren und ich seit dem noch nichts zu essen bekommen hatte (!!!) Um Mitternacht hatte mir eine Hebamme ein Stück Brot organisiert, dass ich stückchenweise zwischen zwei Wehen in der Wanne aß. Ich bin dann nicht lange im Wasser geblieben, fand einfach keine gute Position zum Veratmen und so landete ich wieder im Bett, auf der Seite liegend und mit den Füßen alles wegstemmend, wenn die Wehen kamen. Total verkrampft. Der MM war nicht groß aufgegangen, etwa 3cm. Ich bat nun um eine PDA, da alle anderen Spritzen nicht ausreichend wirkten. Die saß dann endlich um zwei Uhr nachts. Endlich keine Schmerzen mehr. Dann schickten die Hebammen meinen Mann nach Hause und verordneten mir Schlaf. Daran war bei mir kaum zu denken. Ich fand das ganze überhaupt nicht mehr gut, bekam Angst. Vor allem, weil ich ganz alleine im Kreissaal war. Irgendwie schlief ich wohl doch kurz ein. Das steht zumindest im Geburtsverlauf. Daran erinnern kann ich mich beim besten Willen nicht. Nur ab und zu kam eine Hebamme reingestürmt, versuchte ruhig zu wirken, sagte nicht viel - nur was von Herztönen - und war dann wieder weg. Irgendwann muss wohl eine Blutung da gewesen sein, die Hebammen guckten abwechselnd unter die Decke, sagten nichts. Dann ein Katheter, Urin ablassen. Um fünf Uhr war urplötzlich die PDA weg, ich hatte tierische Wehen. Man öffnete die Fruchtblase, der MM war immer noch nicht weiter auf, das Kind stand über dem Beckeneingang. Nun versuchte man, das Kind zu drehen - er wäre ein Himmelsgucker. Nun denn. Mein Mann stürmte dann auch wieder in den Kreissaal. Plötzlich waren die Hebammen weg, es waren überall Babys im Anmarsch. Innerhalb von ein paar Stunden wurden vier Kinder geboren. Und für uns war keine Hebamme mehr übrig. Um sechs Uhr war Personalwechsel, dann kam wieder ein Arzt, schaute, untersuchte mich während einer Wehe, die nun fast ohne Pause kamen und befand, ich müsse in den OP. Die Herztöne seien unter den Wehen nicht mehr gut. Wie denn auch, wenn der arme Spatz schon den ganzen Tag das Theater mitmachen mußte. Man hielt mir einen Zettel unter die Nase, zog mich aus, OP-Hemd an, Wehenhemmer, Schüttelfrost. Angst, immer wieder Angst. Dann ging es los. Ich war wieder alleine, mein Mann durfte nicht mit in den OP. Für die Aufspritzung meiner PDA mußte ich kämpfen, ich habe panische Angst vor Vollnarkosen. Festgeschallt lag ich nun da. Man riss mir mein Kind raus, es schrie. Uhrzeit. Weg. Ein Beinchen habe ich kurz gesehen, dann war mein Sohn weg. Mir ging durch den Kopf, dass ich ja gar nicht weinte vor Glück, wieso konnte ich mich nicht freuen? Unser größter Wunsch war nun erfüllt: ein Kind, sogar ein Sohn. Aber ich konnte mich nicht freuen. Mein Mann kam dann mit ihm, in ein OP-Tuch gewickelt, zu mir an den Tisch. Ich konnte ihn nicht berühren, war immer noch festgeschnallt, immer noch am Zittern wie Espenlaub. Als ich zugemacht war, wurde ich wie ein Stück Vieh über eine Schleuse in das Bett gehievt, in den Kreissaal gebracht. Da warteten meine Männer auf mich. Ich war zerrissen zwischen Verzweiflung und Freude. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Man legte mir meinen Sohn auf den Bauch, legte ihn an. Freude, Schmerz. Mein Mann informierte unsere Familie. Ich wollte aber keinen sehen. Da meine Mutter auf ihr Recht pochte, ihren Enkel sehen zu dürfen, stand sie kurze Zeit später im Kreissaal und ich bekam einen Heulanfall. Irgendwie konnte ich anscheinend nichts mehr selbst bestimmen. Die nächste Zeit war schlimm. Ich konnte kaum laufen, meinen Sohn nicht aus dem Bett heben. Nachts mußte ich ewig warten, bis die Nachtschwester mir den Wurm zum Stillen gab. Eine Nachtschwester für eine ganze Station. Das Stillen klappte zwar erst, aber meine Nachsorge-Hebamme konnte mir zuhause nicht mehr helfen. Weil unser Sohn oft schrie, meinte man einstimmig, ich hätte nicht genug Milch. Mein Vater verglich mich mit einer Kuh vom Bauernhof seiner Eltern, die hätte auch manchmal keine Milch geben können. Beim nächsten Kalb wäre es dann gegangen. Juchu. Für mich war es so wichtig, zumindest das Stillen noch schaffen, damit ich ein bischen wie eine Mutter fühlen konnte. Nachdem alle auf mich eingeredet hatten, dass das mit dem Stillen nicht klappen würde, gab ich die Flasche dazu und nach drei Monaten hatte sich das Stillen dann ganz erledigt. Noch eine Niederlage. Ich war verzweifelt, bekam Wut. Wut auf meinen Sohn. Warum tat er mir das an. Oder war es meine Schuld? Wieso versagte ich so? Normalerweise bekam ich alles hin, brauchte selten Hilfe. Ich konnte es nicht ertragen, wenn andere über ihre Geburt prahlten, konnte es nicht mehr hören. Dann noch die Katastrophe mit meiner Figur. Die 28kg Zusatzgewicht unter der Schwangerschaft waren natürlich nicht gleich weggegangen und so habe ich in einer Radikaldiät in 9 Monaten 19kg abgenommen. Zumindest hatte ich ein Ziel erreicht. Wenn auch ausgezehrt aussehend hatte ich mein altes Gewicht wieder. Glücklich war ich nicht.
Als unser Sohn ein Jahr alt wurde, beschlossen wir, ein zweites Kind zu bekommen. Ich sollte erst dreieinhalb Jahre später schwanger werden. Meine Hormone spielten verrückt, ich hatte keinen Eisprung mehr, selten meine Tage. Mein FA meinte, ich hätte zuviel Stress - ich arbeitete nebenbei in der Firma meiner Eltern - und mein Körper sei so nicht bereit für ein zweites Kind. Dazu meine Panik, wieder dick zu werden. Ich machte immer noch intensiven Sport - bei ein bischen mehr Essen nahm ich sofort zu. Meine Ehe litt auch sehr unter dieser Situation, wir standen kurz vor der Trennung. Wahrscheinlich hat auch der seelische Unfriede dazu beigetragen, dass bei mir gar nix mehr funktionierte. Wir entschieden uns für mehrere Hormonbehandlungen, die auch nicht zum Erfolg führten. Eher “zufällig” wurde ich zwischen zwei Behandlungen schwanger. Die Freude war natürlich groß. Nun wollte ich alles richtig machen. Viel Bewegung, gute Ernährung, eine Beleghebamme, Rund-um-Versorgung und sehr viel Optimismus, dass es diesmal besser wird. Ich sprach mit meiner Hebamme über die erste Geburt und sie versuchte mir immer, die Angst zu nehmen, obwohl ich mir nicht eingestehen wollte, sehr viel Angst zu haben. Ich steckte mir meine Ziele: vaginale Geburt und Stillen. Im sechsten Monat bekam ich vorzeitige Wehen und sollte mich schonen. Ich, das Energiebündel, sollte nun still sein. Das war schon schwierig. Aber im Nachhinein war diese Schwangerschaft die schönste Zeit bis dahin, auch wenn es die Probleme gab. Ich war nicht so dick wie damals, nahm nur insgesamt 10kg zu, fühlte mich hübsch und war auch stolz auf mich, dass ich Familie und Arbeit unter einen Hut bekam. Mein Mann arbeitet seit ein paar Jahren 250km entfernt und somit hatte ich kaum Entlastung im Alltag. Alles war wunderbar. Mein Bauch wuchs wunderschön und jede Bewegung des Kindes war unbeschreiblich. Ich genoss es, schwanger zu sein. Keiner dachte, dass ich trotz verkürzter Zervix und Wehen den Termin doch noch erreichte. Dann, morgens um sechs Uhr wachte ich auf. Eine Wehe. Ich wurde aufgeregt. Wie schön. Ich wußte, nun ging es los. Ich brachte unseren Sohn in den Kindergarten. Immer wieder Wehen. Ich strahlte. Meine Hebamme schaute um elf Uhr nach und meinte, es wäre noch nicht viel passiert, es dauert noch. Daraufhin fuhr ich zu meinen Eltern, arbeitete ein wenig zur Ablenkung. Als ich mittags meinen Sohn wieder abholte, waren die Wehen schon stärker geworden. Noch ein bischen arbeiten und sich ablenken. Nachmittags um drei ließ ich mich nach Hause fahren und verabredete ich mich mit meiner Hebamme. Ja, ein erster cm war der MM offen. Ich war glücklich, eine schöne Geburt vor Augen. Ich bekam dann doch wieder schnell heftige Wehen. Wieder im Rücken, im Becken. Erste Erinnerungen kamen hoch. Wir versuchten, Entspannung in Wanne zu finden. Es nützte nichts, die Wehen taten ungeheuerlich weh und ich konnte sie nicht veratmen. (ungelogen, ich war immer wieder so heftig mit dem Kopf an die Wand gestoßen, dass sich das Fugenkreuz auf der Stirn abgedrückt hatte) Ich blieb bis etwa sieben Uhr zuhause. Meinen Mann hatten wir inzwischen informiert, der hatte sich auf den Weg zu mir gemacht, brauchte aber ja fast drei Stunden. Meine Mutter fuhr mich ins Kkh, ich wollte eine PDA. Und als wir dann in den Kreissaal kamen, brach ich innerlich zusammen. Ich mußte plötzlich heulen, kam gar nicht wieder bei. Warum? Ich weiß es nicht. Einfach so. Unterschwellig müssen wohl Erinnerungen an die erste Geburt hochgekommen sein. Dann ging es wieder los. Ganze zwei Stunden brauchte der Arzt, um mir eine PDA zu setzen. Ich wurde fast verrückt vor Schmerzen, schrie. Mein Mann war auch endlich eingetroffen und gab mir nur zögerlich seine Hand zum Zerdrücken. Ich rüttelte so lange am Bett, bis mir die Schultern wehtaten. Endlich wurden die Schmerzen besser. Ich durfte sogar trotz der PDA aufstehen. Das war schön, denn somit konnte ich auch im Stehen oder Sitzen die Wehen verarbeiten oder zur Toilette gehen. Nun wurde ich wieder ruhiger, gelassener. Um vier Uhr nachts war der MM 9cm auf. Ich war begeistert. Es geht doch. Gleich würde es soweit sein. Ich hatte schon die Bilder vor Augen - ich gebäre ein Kind! Meine Hebamme war sichtlich erleichtert, freute sich mit mir. Die Ärztin kam, untersuchte und befand, die Fruchtblase zu öffnen. Der Kopf lag immer noch über dem Becken, war zwar schwer abschiebbar, rutschte aber nicht runter. Das sollte nun besser gehen, wenn der Druck der Blase weg wäre. Das Fruchtwasser war angegrünt. Oh ha. Nun passierte das Unfassbare: der MM ging wieder zu, der Kopf rutschte nicht ins Becken. Mir schwahnte Böses. Aber keiner sagte ein Wort. Die Wehen wurden schwächer, ich bekam einen Wehentropf. Als um sechs Uhr wieder Personalwechsel war - meine Beleghebamme war zum Glück immer bei mir geblieben - kam die Ärztin in den Kreissaal und sagte, dass sie mit ihrer Kollegin, die nun Dienstbeginn hätte, gesprochen hatte und sie nun einen Kaiserschnitt machen wollen. Hallo? Kann mal jemand mit mir sprechen. Schon wieder wurde alles über meinen Kopf- und wie sich herausstellte auch über den meiner Hebamme - hinweg entschieden. Mein Mann, im Stuhl eingeschlafen, wachte erschreckt auf, als ich laut schreiend in Tränen ausbrach und mich weigerte, den Wisch zu unterschreiben. Nein, ich wollte noch eine halbe Stunde stehen, laufen. Irgendwie muss doch das Kind zum rutschen gebracht werden können. Dann erpresste man mich mit der PDA, die nur dann noch mal aufgespritzt werden würde, wenn ich mich sofort operieren lassen würde. Ansonsten wäre eine Vollnarkose fällig. Meine Hebamme war wohl auch überrascht von diesen Entscheidungen und versuchte mich zu beruhigen. Ich wollte mich nicht beruhigen. Ich wollte mein Kind gebären. Man sprach von Herztönen, die schlechter wurden, der lange dauernden Geburt, keine Ahnung. Ich mußte wieder unterschreiben, mich hin- und herschieben lassen, Wehentropf, Zittern, Weinen. Ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Der Anästhesist war recht nett, wollte mich beruhigen, daran kann ich mich schwach erinnern. Er band meine Armfixierungen los, ich kann sowas nicht haben. An der Decke im OP waren Blutspritzer von einer anderen OP. Mein Mann durfte mit und saß nun bei mir. Immer noch heulte ich. Dann ruckelten die Ärzte an mir rum. Ein Schrei. Na toll. Die Hebamme zeigt mir unseren Sohn. So wie sie ihn gerade rausgeholt hatten. Ich wollte ihn nicht, heulte, schrie. Sie sollte ihn wegtun, ich wolle ihn nicht, alle sollten mich in Ruhe lassen. Die Hebammen legte mir unser Kind an mein Gesicht. Ich war so blöd und schaute weg. Heute ärgere ich mich schwarz, dass ich ihn nicht berührt habe, ihn gerochen, geküsst, was weiß ich nicht gemacht habe. Das war doch meine Chance gewesen, zumindest den „Duft einer Geburt“ zu erleben. Wieso war ich so blöd? Dann brachten sie ihn weg, machten mich zu. Ich heulte noch ewig weiter. Wieder das erbärmliche Gefühl des Versagens, unendliche Minuten während der Versorgung ließen mir tausend Gedanken durch den Kopf rasen. Im Kreissaal lag ich mit dem Kopf zu meinem Kind, so dass ich nichts beobachten konnte, was da mit ihm geschieht. Wieder legte man mir meinen Sohn auf den Bauch. Ich konnte mich nicht freuen. Weg damit. Dann wurde er angelegt. Ich heulte weiter. Als ich auf das Zimmer kam, waren meine Tränen alle weg, ich konnte nicht mehr weinen. Zum Glück hielten sich alle diesmal daran, mich in Ruhe zu lassen. Langsam war ich froh, einen Sohn zu haben. Zwar kam er nach zwei Tagen auf die Intensivstation wegen Gelbsucht und Unterzuckerung und ich war von ihm getrennt, aber diesmal schaffte ich es, mein Kind zu stillen. Das hat mir geholfen, eine Bindung zu ihm herzustellen. Und dadurch, dass ich immer zu ihm auf Station zum Stillen mußte, war ich schnell wieder gut zu Fuß. Heute ist er 13 Monate alt und ich kann es immer noch nicht lassen, ihn zu stillen. Alle reden auf mich ein, endlich mit dem Stillen aufzuhören, aber ich brauche das. Manchmal glaube ich, dass ich ihn deswegen mehr liebe als meinen älteren Sohn. Über die Geburten bin ich immer noch nicht hinweg. Ich habe keine Kinder geboren, sie wurden mir rausgeschnitten. In einer Mutter-Kind-Kur hat man mir zu einer Psychotherapie geraten. Ich habe mich auf eine Liste einer Therapeutin schreiben lassen, weiß aber nicht, ob es mir hilft. Ich kann meine Meinung nicht ändern. Ich will Kinder gebären und nicht herausgeschnitten bekommen. Die OP-Berichte habe ich mir besorgt, durchgelesen. Mir konnte keiner genau sagen, warum es soweit kam. Geburtsstillstand in der EP - das ist meiner Meinung nach schnell gesagt. Warum? Das sagt keiner. Liegt es an mir? Ist mein Becken zu klein? Im ersten Bericht stand was vom Promotorium, im zweiten gab es einen unauffälligen Befund. Ja, was denn nun? Die Kinder waren nicht groß (55cm, 3270g, 34cm KU und 51cm, 3085g und 35cm KU) Es gibt nur Vermutungen. Keiner hat etwas ausgemessen oder Untersuchungen gemacht. Die Diagnosen werden einfach aufgestellt und so geduldet. Mein FA ist der Überzeugung, dass mein Becken nicht zu der Kopfform meiner Kinder paßt. Und da ich ja beide Kinder von demselben Mann bekommen habe - was seiner Meinung nach schon eher selten ist heutzutage - würde das immer wieder so passieren. Er ist ein KS-Freund. Er wollte mich bei der zweiten Schwangerschaft zwei Wochen vor Termin aufschneiden lassen, weil er vermutete, dass es wieder nicht klappt. Aber ausgemessen oder untersucht hat er nichts. Das ginge nun erst wieder, wenn ich schwanger wäre. Im „Normalzustand“ kann man so was nicht ermitteln, sagt er. Ich fragte die Ärztin beim Abschlussgespräch im Kkh nach dem zweiten KS, was denn bei einer neuen Schwangerschaft passieren würde - ich wünsche mir so sehr eine Tochter - und ob ich es noch einmal versuchen dürfe. Da sagte diese Person doch glatt, man würde gleich einen KS machen und mir gleichzeitig eine Sterilisation empfehlen, denn eine vierte, wenn auch nicht geplante Schwangerschaft, würde mich zu sehr gefährden und würde ebenfalls durch KS beendet werden würden. Ich war platt. Die einzige, die sich um mich gekümmert hat, die mir diese Adresse gegeben hat und der ich unendlich dankbar für die schöne Zeit mit ihr bin, ist meine Hebamme A*. Sie hat mich ab etwa dem 6. Monat ein Jahr lang begleitet. Ich habe ihr oft nach dem KS die Ohren vollgeheult und sie hat mir immer gut zugeredet, hat mir die OP-Berichte erklärt. Leider ist sie umgezogen. Nun bin ich wieder alleine mit der Trauer. Letztens hat meine Freundin ihren ersten Sohn entbunden. Selbstverständlich nach drei Stunden Wehen, ganz fix und super einfach. Und wie selbstverständlich doch der stolze Vater seinen Sohn abgenabelt hat... In fünf Wochen ist meine andere Freundin dran. Ich hoffe wirklich, es geht alles gut und sie hat auch so viel Glück wie unsere andere Freundin. Aber manchmal wünsche ich ihnen beiden die Pest. Dafür schäme ich mich.
Danke für’ „Zuhören“ und Eure Geduld.

 
 
911


Name:
Kathrin (notsuoh97@yahoo.com)
Datum:Sa 07 Feb 2009 23:38:27 CET
Betreff:Diana
 

Liebe Diana,
wenn jemand versagt hat, dann war das dieser unsensible Arzt. SIE haben es geschafft unter widrigen Bedingungen ein Kind auf die Welt zu bringen! Darauf können sie stolz sein.
Die Geburt meiner Tochter war ein Desaster. Ich weiß nicht, ob ich sie unter besseren Startbedingungen anders lieben würde... wenn ich sie jetzt durch die Wohnung tanzen sehe, staune ich nur, dass sich alles nach so einem Start doch noch so positiv entwickelt hat.
Auch ich habe mein Kind nach der Geburt nicht im Arm halten können. Auch ins Bett gelegt bekam ich sie nicht... das tat sehr weh... In meiner FANTASIE hätte nach der Geburt ein glückliches Mutter-Kind-Foto entstehen MÜSSEN! Zu akzeptieren, dass dies nicht so war, fiel sehr schwer. Wir haben aber zu Hause so ein Bild nachgestellt, am Tag 11. Die hässlichen Klinik- Polaroids sind vergraben.
Zu diesem Arzt fällt mir noch ein... unser Arzt war ähnlich unsensible. Mein Mann ist aber später noch einmal in die Klinik und hat ihn daraufhin direkt angesprochen. (Ich hatte nicht die Kraft dazu.) Er entschuldigte sich zwar nicht, aber meinte, dass er nicht geahnt hätte, was sein Verhalten in mir ausgelöst hätte und es ihm leid tun würde.
Das war nicht unwichtig für mich...
Was mir noch auffiel: schön, dass sie noch stillen konnten. Aber auch mit Flasche wären Sie/wärst Du keine bessere oder schlechtere Mutter, oder? Wichtig ist, womit es Ihnen/Dir gut geht, oder?
Viel Mut für das nächte Kind und alles Liebe
Kathrin

 
 
910


Name:
Diana (van_wickeren@gmx.de)
Datum:Sa 07 Feb 2009 22:21:20 CET
Betreff:unsere Geschichte
 

Kurz vor dem zweiten Geburtstag unseres Sohnes möchte ich gerne "unsere" Geschichte erzählen.
Meine SS verlief relativ normal, ich hatte sehr viel Wasser eingelagert, Rückenschmerzen, aber ich freute mich jeden Tag mehr darauf, bald unseren kleinen Krümel im Arm halten zu dürfen. Bei jedem Sono war unser Kind immer etwas schwerer u. größer als er in der SS Wo. hätte "sein dürfen".Mich beunruhigte das jedoch nie, schliesslich ist mein Mann recht groß.
Mein Frauenarzt fragte mich ob ich zum Geburtsgespräch ins KH gehen wolle, damit die mich dort schonmal gesehen haben und wissen daß ich dort entbinden möchte. Alles klar, Termin gemacht, mit meinem Mann dorthin, in der Hoffnung freundlich empfangen zu werden. Als wir ins Behandlungszimmer kamen schaute der Arzt uns beide abwechselnd von oben bis unten an und fragte "sie sind hier wegen eines Kaiserschnittgespräches?"...mir kamen die Tränen, hatte er uns verwechselt? wir waren doch zum Geburtsgespräch hier!!!
Er meinte, die Frauenärzte denken sich schon etwas dabei wenn sie die Frauen zum Gesräch ins KH schicken, sie wollen ihre Patientinnen ja schließlich noch länger behalten und den schwarzen Peter lieber dem KH zuschieben.
Er schaute uns immer wieder an und meinte, daß aufgrund unseres Größenunterschiedes es ja auf einen Kaiserschnitt hinauslaufen würde (ich bin 1,54 und mein Mann 1,85). Nachdem er das alles geäussert hatte machte er dann noch einen Ultraschall und sagte daß das Kind so groß sei, mein Becken viel zu klein, seine Schultern würden gar nicht da durch passen, wir sollten doch direkt einen Termin 2 Wo. vor dem Entbindungstermin vereinbaren für den KS. Er nannte uns auch gleich ein Datum. Ich sagte daß ich erstmal alles mit unserer Hebamme und meinem Gyn. besprechen möchte und mich melden würde falls die beiden der gleichen Meinung wären. Meine Hebamme hat dann mein Becken ausgetastet (war heftig) und sie und der Gyn. waren sich einig daß ich eine Spontangeburt probieren könnte, daß ich erstmal warten soll, was mein Körper unter Wehen macht. Es würde zwar keine lustige Wassergeburt wie ich sie mir gewünscht hätte, aber es sei nichts unmöglich. Ich fing wieder an mich etwas zu fangen. Einen Tag vor dem vorgeschlagenen OP Termin rief das KH dann an und fragte ob es bei dem Termin morgen bleibt? Ich fiel aus allen Wolken und sagte "Nein.ich habe doch gesagt ich würde mich melden wenn es so wäre, ich habe mit meiner Hebamme und meinem Gyn.abgesprochen zu warten, was passiert wenn ich Wehen bekomme".Ich war total entsetzt!
Vier oder fünf Tage vor dem errechneten Termin war ich beim Gyn und hatte leichte Wehen auf dem CTG, ich freute mich soooo. Zwei Tage später nichts mehr. Er sagte ich solle ins KH wegen einem Wehenbelastungstest, er hoffte, daß meine Wehentätigkeit dadurch auch angeschubst wird, da er aufgrund der Verkalkungen in der Plazenta nicht wollte, daß ich über den Termin hinausgehe. Nächster Tag Wehentropf....die Hebamme sagte immer "schau, die feinen Hügel, prima", sie ging mit der Dosis immer weiter nach oben bis richtig richtig gute Wehen auf dem CTG waren, sie fragte mich immer ob ich nichts merke....ich merkte kaum etwas, jedenfalls waren es keine Schmerzen.Den Rest des Tages tat sich nichts mehr. Der MM öffnete sich nicht, ich bekam keine weiteren Wehen und die Ärzte sagten, daß unser Sohn nicht weiter mit dem Kopf ins Becken rutschte weil der Kopf irgendwie etwas verdreht im Becken lag. Am nächsten Morgen durfte ich dann beim Chefarzt antanzen. Er haute mit der Hand auf den Tisch und sagte, "wir erwarten hier ein acht Pfund schweres Kind und wir wollen ihr Leben nicht länger in Gefahr bringen", Krass dachte ich. Deutlich gesagt, daß einer von uns beiden in Gefahr ist hatte bis zu dem Zeitpunkt niemand. Ich willigte dem KS ein, rief meinen Mann an und dann ging alles so schnell:Einlauf, Anästhesie Gespräch, OP Hemd, ich fragte noch die Hebamme ob ich mich kurz schminken dürfe - ich fühlte mich so elend, dann Infusion - Braunüle saß nicht mehr, lief alles daneben, dann noch schnell ne neue geschoben. Die CD´s von Phil Collins lagen im Schrank auf dem Zimmer, die wollte ich doch unbedingt mit in den Kreissaal genommen haben wenn ich eine normale Geburt gehabt hätte....
Dann in den OP - kalt! Ich hab so gefroren, daß ich am ganzen Körper gezittert habe wie Espenlaub.Ich hab mit den Zähnen geklappert! Der Anästhesist erklärte mir dann immer wieder was eine Spinalanäst. ist und das ich alles mitbekommen würde.Ich sagte ihm, daß ich weiss was eine Spinale ist (bin Tierarzthelferin), ich auch keine Angst davor habe sondern mir einfach nur kalt ist. Bin dann noch selbst auf den OP Tisch/Stuhl geklettert weil ich so peinlich gefunden hätte wenn sie mich rein gehoben hätten.Dann lag ich breitbeinig vor dem ganzen OP Personal, die Schwestern sortierten die Fäden und das BEsateck und ich war nur froh, als endlich mein Mann neben mir stand (für den sie im ganzen KH passende OP Schuhe gesucht hatten-weil er so große Füsse hat). Dann ging alles ganz schnell, mein Mann hielt meine angeschnallte Hand und streichelte meine Hand und mein Gesicht. Plötzlich flog ich auf dem Tisch hin und her und der Arzt sagte zur Assistentin "sie müssen den Kopf kriegen" sie darauf "ich krieg den Kopf nicht, ich krieg den Kopf nicht", die haben dermaßen an mir rum geruckelt daß ich dachte ich fliege vom Tisch (und das sagt mein Mann heute noch, daß er das auch dachte).
Als unser Sohn raus war und schrie guckten alle gleichzeitig auf die Uhr und sagten die Uhrzeit.Wir bekamen ihn eine Sekunde gezeigt und dann verschwand die Hebamme mit ihm und kam nach einer gefühlten Ewigkeit mit ihm -komplett angezogen- wieder. Ich hatte extra vorher darum gebeten ihm nackt meinem Mann auf den Bauch zu legen, doch er wurde einfach angezogen. Mein Mann ist dann mit der Hebamme raus und hielt ihn im Arm bis ich in den Kreissaal gebracht wurde. Nachdem ich zugenäht war, schaute der Arzt der mich operiert hatte (war der gleiche der das Geburtsgespräch gemacht hatte) übers OP Tuch und sagte zu mir " Ja Frau ....., hab ich doch gesagt, daß es so nicht geht, wir haben da schon unsere Erfahrungen, das können Sie mir glauben".
Unser Sohn hatte ein Geburtsgewicht von 4060 g Kopfumpfang: 37 cm,Größe:54 cm
Aber es lief alles so unsensibel.
Ich durfte ihn dann nicht gleich stillen, sondern erst am Abend.Ich durfte ihn nicht allein auf dem Zimmer haben weil ich ihn nicht aus dem Bettchen heben konnte. Ich habe unseren Sohn nach fast einer Woche das erste mal nackt gesehen. Er hat eine kleine Narbe auf dem Rücken - ein gerader Schnitt. Ich denke er ist vom Kaiserschnitt.
Weil der Milch einschuss erst sehr spät kam, sollte ich zufüttern weil er ja so groß war. Ich habe das gemacht, wollte ja nichts falsch machen, fühlte mich aber immer schlechter damit. Mit jedem Fläschchen was ich zubereitete fühlte ich mich schlechter und unfähiger. Ich war nicht in der Lage mein Kind zur Welt zu bringen, und nun war ich noch nicht mal fähig zu stillen? Ich bin keine richtige Mutter!Mütter können Kinder kriegen, Mütter können stillen!
Ich ging mit letzter Kraft in eine Stillgruppe in ein Geburtshaus - und habe dort so viel Hilfe und Halt bekommen wie ich mir in den ersten sechs Wochen so gewünscht hätte!
Ich habe unseren Sohn 15 Monate gestillt und bin heute noch stolz auf jeden Tag. Ich konnte die ersten Wochen nicht geniessen, er hat nur geweint, ich kämpfte mit Milchstau und Brustentzündungen, ich weinte sobald jemand von einer Geburt erzählte und hätte mir gewünscht daß einer der anderen Mütter auc so viel Achtung vor dem Kaiserschnitt und den damit verbundenen Schmerzen gehabt hätte. Mir fehlt heute noch der Augenblick, mein nacktes Kind auf dem Bauch zu haben. Ich liebe unseren Sohn über alles, aber manchmal denke ich, wenn ich ihn "richtig" geboren hätte würde ich ihn anders lieben.
Regelmäßig schaue ich mir meine Bauchmaske an, die mein Mann und ich in der 40. SSW angefertigt haben und dann denk ich "da war noch alles heile".
Es gibt kein erstes Bild von Mutter und Kind in unserer Wohnung.

Ich wünsche mir ein zweites Kind aber habe sehr große Angst wieder zu versagen.

 
 
909


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Di 03 Feb 2009 08:43:47 CET
Betreff:FRAGE
 

Liebe Kaiserschnittmütter,
ich hätte eine Frage an betroffene Kaiserschnittmütter in der Umgebung von Köln oder Düsseldorf:
Wer hat körperliche und psychische Beschwerden und braucht eine ganzheitliche Behandlung?
Ich suche eine Patientin, die ich auf eine Fachkreisfortbildung mitnehmen kann und die sich im Rahmen dieser Fortbildung ( natürlich kostenlos) behandeln lassen möchte.
Dies wäre dann am 18.2. vor Publikum ( Heilpraktiker, Ärzte, Hebammen ) und dient zur Veranschaulichung einer ganzheitlichen Behandlung.
Die Behandlung geschieht in einem achtsamen geschützten Raum, obwohl natürlich die Zuschauer dabei sind.
Melden Sie sich doch einfach unverbindlich per Email oder 0211 49 555 11 bei mir zu einem Vorgespräch.
Ich freue mich auf Ihren Kontakt und Ihre Geschichte!
Ihre Katrin Mikolitch


 
 
908


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Di 03 Feb 2009 08:36:46 CET
Betreff:Antwort an Antje
 

Liebe Antje,
Ihnen vielen Dank für Ihren ausführlichen Eintrag. Sie haben immer wieder Schuldgefühle und "schlagen" sich mit der Frage rum, warum gerade Sie Stillschwierigkeiten und eine Sectio hatten. Ich kann Ihre Trauer und den Schmerz, der mit der Kaiserschnittgeburt verbunden ist, sehr gut verstehen. Haben Sie sich einmal die Verarbeitungsseite/ Selbsthilfe angeschaut? Vielleicht wäre das Baderitual oder auch der Austausch mit anderen Kaiserschnittmütter ein Schritt auf Ihrem Heilungsweg.
Vielleicht gibt es ja bei Ihnen in der Nähe einen Kaiserschnittgesprächskreis? Sinnvoll wäre aus meiner Sicht ein aktiver Umgang mit Ihren Schuldgefühlen ( ggf. mit professioneller Hilfe) - so dass sie sich verändern können.... Was meinen Sie?
In jedem Falle alles Liebe und Gute für Ihre Familie!
Ihre Katrin Mikolitch


 
 
907


Name:
Antje L. (nirvana_love1987@yahoo.de)
Datum:Mo 02 Feb 2009 22:59:53 CET
Betreff:Hallo
 

Auch ich hatte einen Kaiserschnitt und würde gerne meine Geschichte mit euch teilen. Ich bin so froh dieses Forum entdeckt zu haben, denn wenn jemand nicht den seben Schmerz kennt, wie ich ihn kenne, dann hört man eher Kommentare wie "Hauptsache er ist gesund"
Also, ich heiße Antje, bin 21Jahre alt. Ich hatte mit meinem Sohn eine wunderschöne Schwangerschaft. Keine Übelkeit oder sonstiges. Allerdings wurde Leonard von vornherein als großes,schweres Kind eingestuft.
Ich hatte in der Nacht vom 24. auf den 25.9.08 einen Blasensprung. Wir haben wie im Film gehandelt, völlig panisch packte ich die Tasche zuende während mein Freund ein Taxi rief Im Krankenhaus angekommen hatte ich schon sehr starke Wehen im Abtand von 2Minuten, ich wollte nurnoch liegen. Es half nichts, ich sollte erst in Begleitung einer Hebamme zur Toilette gehen. Endlich liegend wurde dann der Muttermund ertastet der noch geschlossen war. Außerdem konnte sich meine Hebamme davon überzeugen das ich WIRKLICH einen Blasensprung hatte, den zuvor hatte sie es mir nicht geglaubt. Die Hebamme sagte mir das es heute nacht wohl nicht mehr zur Entbindung kommen würde und das ich jetzt ein Bett auf Station bekommen würde und mich nochmal richtig Ausschlafen sollte. An Schlafen war aber garnicht zu denken. Ich lag im Kreissaal und hab mich gekrümmt vor Schmerzen. Ich hatte mittlerweile nichtmal mehr Abstände zwischen den Wehen. Aber auch das hat meine Hebamme angezweifelt. Ein CTG wurde geschrieben und ich bekam noch etwas gegen die Schmerzen, damit ich noch ein bisschen Schlafen kann. Das Mittel sollte erst anfangen zu wirken bevor ich auf Station kommen sollte. Das blöde Zeug half aber garnicht. Ich habe innerhalb von 2Stunden das gesamte Schmerzmittelprogramm des Kreissaals bekommen ohne das es irgendwas gebracht hat. Dann kam die Hebamme auf die Idee nochmal den Muttermund zu ertasten, der jetzt bei 2cm stand. Die diensthabende Ärztin wurde gerufen, die nochmal ein Ultraschall machte und nochmal drauf hinwies das mein Sohn sehr groß und schwer sei.
Zurück im Kreissaal hab ich es vor lauter Wehen echt kaum noch ausgehalten. Die Idee mich noch ein bisschen Schlafen zu lassen war in weite Ferne gerutscht und der Muttermund stand bei 3cm. Endlich wurde entschieden das ich eine PDA bekommen soll. Ich war so erleichtert. Der Anästesist klärte mich über die Risiken auf und fing dann an. Ich KONNTE unter den Wehen einfach keinen Katzenbuckel machen und still sitzen war während einer Wehe auch nicht drin. 3Mal wurde ich deswegen sowohl vom Arzt als auch von der Hebamme angeschissen. Dann endlich saß die PDA!! Das mIttel wirkte recht schnell Die Wehen waren zu einem leichten Druckgefühl geworden und ich konnte etwas entspannen.
Dann plötzlich Aufregung im Kreissaal. Die Herztöne meines Sohnes wurden schlechter, ließen sich mit dem Uralt-CTG kaum aufzeichnen. Wieder wurde die Ärztin gerufen die mir erst ein Kreislaufstabilisierendes Medikament gab. Kurzzeitig sorgte das dann auch für Besserung, aber die Herztöne meines Sohnes wurden immer wieder schlecht. Die Ärztin entschloss eine Sonde ins Köpfchen zu legen um Herztöne direkt von dort ableiten zu können. Es war so furchtbar unangenehm und schmerzhaft!!
Die Herztöne blieben schlecht und ich war so in Sorge das meinem Kind etwas passiert. Die Ärztin nahm eine Blutprobe aus den Köpfchen um den pH-Wert zu bestimmen. Der Kreissaal war voller Personal. 2 Hebammen, 2Ärzte und ich mittendrin. Und es ging um MEINEN Sohn!! Ich bekam Panik!
Der pH-Wert war nicht soooo toll, aber auch nicht so schlecht das schon Handlungsbedarf bestand. Die Herztöne blieben schlecht. Die Ärztin wollte eine Stunde später nochmal den pH-Wert bestimmen um wirklich sicher zu gehen das es dem Würmchen gut geht.
Also 1Stunde später nochmal die ganze unangenehme Prozedur.Und 10Minuten später die für mich furchtbare Nachricht. Der pH-Wert hatte sich erschlechtert, ein Kaiserschitt muss gemacht werden!!
Die Ärztin versicherte mir, dass es meinem Kind gut geht und das es kein Notkaiserschnitt. Ich beruhigte mich etwas, allerdings kam die Panik zurück als 5(!!) Minuten später ein Bett bereit stand und ich in den OP gebracht wurde.
Im Aufzug zum OP habe ich geweint Ich war so traurig dass das jetzt wirklich notwendig wird Ich hatte mich so auf eine normale Geburt gefreut.
Im OP wurde ich auf den Op-Tisch verfrachtet, meine Hände wurden in Halteschalen befestigt und die PDA wurde aufgespritzt. Dann noch das Häubchen auf, das Op-Tuch drüber- FERTIG! Fürs OP-Team war all das ein Routineeingriff, für mich wars Neuland und ich hatte Angst. Zum Glück war mein Freund bei mir. Die Hebammen hatten auch schon Dienstwechsel und meine neue und wirklich liebe Hebamme war auch dabei.
Der Arzt erklärte mir, dass es ein bisschen schütteln wird, ich aber sonst nichts merken würde, dann ging es los und es war furchtbar!!
Das war nicht nur ein bisschen schütteln!! Es war als ob sich die ganze Zeit jemand auf meinen Bauch wirft und sooooo furchtbar unangenehm!!
Dann endlich das worauf ich so lang gewartet hatte- der erst Schrei meines Sohnes!! Mehr als das konnte ich aber nicht von ihn erleben den ich musste ja noch "zugemacht" werden . Ich durfe noch einen kurzen Blick auf ihn werfen und bat meinen Freund mit der Hebamme mitzugehen und bei unseren Sohn zu bleiben. Und dann lag ich da und musste ganz furchtbar weinen. Und keiner war da um mich zu trösten. Leo wäre bei einer normalen Geburt vermutlich gestorben. Er hatte einen Nabelschnurknoten und konnte nicht ausreichend versorgt werden.
Nachdem ich dann endlich zugenäht war,durfte ich wieder runter in den Kreissaal und bei der Versorgung meines Sohnes zusehen. Ich hatte garkeinen richtigen Bezug zu diesem Kind. Es war süß, ein Baby halt, aber ich konnte ihn einfach nicht in mein Herz lassen. Stattdessen habe ich meinen jetzt leeren Babybauch angestarrt und mir wurde klar, dass ich etwas für mich sehr wichtiges verloren habe.
In der ersten Nacht im Krankenhaus wollte ich meinen Sohn nicht bei mir haben. Ich hab einfach keinen Bezug zu ihm gehabt! Wollte einfach nur schlafen und schnell wieder aufwachen aus diesen Alptraum. 2x wurde er mir zum stillen gebracht und beide Male habe ich ihn danach schnell wieder abholen lassen. Ich hatte außerdem damit zu kämpfen das ich (selbst wenn ich gewollt hätte)meinen Sohn einfach nicht alleine aus dem Bett zu mir und umgekehrt hätte holen können. Ich fühlte mich total hilflos mit diesen kleinen Wesen und war es ja auch. Es war so schlimm für mich mich so ausgeliefert zu sein!
Am nächsten Tag durfte ich dann auch mal wieder aus dem Bett aufstehen. Der erste Gang führte mich zu meinem Sohn, den ich nur umbeding sehen wollte. Die Kaiserschnittnaht tat furchtbar weh, aber ich habe mehrmals den Gang ins Kinderzimmer geschafft, Leo dort versucht zu Stillen und auch gewickelt. Grade stehen ging allerdings garnicht und auch aufstehen und Hinsetzen waren ein einziges Zähne zusammenbeißen.
Nach 4Tagen Krankenhaus habe ich mich auf eigenen Wunsch entlassen lassen. Die Bindung zu Leonard war nun deutlich besser, allerdings bekam Leo seit 2Tagen Flaschennahrung weil einfach keine Milch kommen wollte und Leo innerhalb von 2Tagen 600g abgenommen hatte. Auch das heiterte mich nicht grad auf weil stillen neben einer normalen Geburt für mich so wichtig war. Ich wollte einfach nur nachhause und es dort in Ruhe versuchen.
Das Stillen hat auch zuhause nicht geklappt. Trotz Eiweißkur, Literweise Stilltee und Stündlichen Abpumpen. Ich kam zu Anfang per Abpumpen auf 80ml beide Brüste zusammen. Als ich nurnoch 20ml Milch produziert habe und das auch erst alle 4Stunden habe ich es sein lassen. Meine Hebamme sagte dass das nach Kaiserschnitt leider öfter so sei und dass das kein Weltuntergang wäre wenn Leo durch Flaschennahrung groß wird. Aber für mich war es genau das...ein Weltuntergang!!!
Was bin ich den für eine Mutter da sich nichtmal in der Lage ist ihr Kind normal zu entbinden? Was ist an mir falsch das ich meinem Kind nicht die Brust geben kann? Warum mus den ausgerechnet bei mir alles so schief gehen?
Ich habe außerdem zuhause gemerkt das die Bindung nicht so stark ist wie sie sein sollte. Wenn ich meinen Sohn ansehe bekomme ich Schuldgefühle. Womit hat dieses wunderbare Kind eine so unfähige Mutter verdient?
Ich habe mich wieder in die Arbeit gestürzt. Seit Januar arbeite ich wieder Vollzeit. Ich kann einfach diese Schuldgefühle nicht verdrängen. Ich kann nicht verdrängen was der Kaiserschnitt mir genommen hat. Ich denke jeden Tag daran wie schön es war als Leo noch in meinem Bauch war und ich noch alles für ihn tun konnte. Als er mir ganz nah war. Und dann denk ich dran wie es jetzt ist. Ich habe das Gefühl das ich garnichts mehr für ihn tun kann, ihn nicht richtig beschützen kann. Wenn ich ihm sein Fläschchen gebe denke ich dran wie ich mir das Stillen vorgestellt habe und das mir diese ganz nahe Zeit zu zweit völlig entrissen wurde. Jedesmal wenn jemand von seiner Entbindung erzählt fange ich an zu weinen. Die Leute sind so glücklich, erzählen davon wie wunderschön es war ihr Kind auf dem Bauch liegen zu haben. Wenn ich an meinen Kaiserschnitt zurückdenke erinnere ich mich an dieses Rückeln und es ist allgemein eine eher traurige Erinnerung.

Danke für diesen Forum!! Ich bin froh Frauen gefundne zu haben denen es so wie mir geht!

Lg, Antje

 
 
906


Name:
denise (sternchen_sunny@yahoo.de)
Datum:Sa 31 Jan 2009 23:33:39 CET
Betreff:hallo
 

gibt es vielleicht frauen die sich ähnlich fühlen ? und gern darueber reden wuerden ??
ich wuerde mich ueber antworten freuen
lieben gruss denise

 
 
905


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Mi 28 Jan 2009 20:58:42 CET
Betreff:Antwort an Raoula,
 

Liebe Raoula,
gucken Sie doch einfach auf die Beratungsstellenseite dieser Netzwerkseite. Dort ist eine PDF- Datei in der die Beratungsstellen aufgelistet sind, die ich in Deutschland etc. kenne.Alle Beratungsstellen haben sich auf die Verarbeitung einer traumatischen Geburt spezialisiert.
Liebe Grüße,
Katrin Mikolitch


 
 
904


Name:
Roula (nalour@web.de)
Datum:Mi 28 Jan 2009 20:47:58 CET
Betreff:Empfehlung
 

Danke für ihre Antwort. Können sie mir vielleicht Psychologen, welche sich mit diesem Thema befassen empfehlen? Und bezahlen die Krankenkasse die Kosten hierfür?
Gruß

 
 
903


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Mi 28 Jan 2009 11:50:57 CET
Betreff:Antwort an Roula
 

Liebe Roula,
Ihnen vielen Dank für Ihren berührenden Eintrag. Folgen Sie Ihren Überlegungen, dass Sie zu einer Psychologin gehen möchten. Sie haben nach wie vor Schlafstörungen, Sie sind traurig und haben auch Angst. Eine liebevolle Unterstützung wäre doch sehr heilsam. Ich möchte Ihnen Mut machen und freue mich für Sie, wenn Sie auch andere Mütter finden, die Ähnliches erlebt haben.
Einen herzlichen sonnigen Gruss, Katrin Mikolitch

 
 
902


Name:
Roula (nalour@web.de)
Datum:Mi 28 Jan 2009 11:43:17 CET
Betreff:Erstes Kind und Notkaiserschnitt-Kann das Erlebte noch nicht ganz verarbeiten...
 

Hallo!
Auch ich nutzte dieses Forum hier um über die Geburt meiner ersten Tochter Stella zu sprechen.
Hier in Kurzform der Geburtsbericht.
Vorweg ich bin Diabetikerin und mein Kind ist sehr groß eingeschätzt worden. Zudem wird bei Diabetikerinnen oft ein Kaiserschnitt gemacht wegen der Grösse des Kindes. Ich hatte davor Angst und wollte auch nicht eingeleitet werden.
Dies wird bei Diabetikerinnen auch immer gemacht. Ich freute mich auf eine normale Geburt und hatte keine Angst.
Meine Schwangerschaft verlief bis zum Ende ohne Komplikationen, jedoch sollte ich wenn das Kind bis zum 08.09. nicht käme an diesem Tag eingeleitet werden. Das wollte ich nicht, also hab ich mich am Ende noch viel bewegt, Akkupunktur und Ingwertee getrunken und immer gut auf sie im Bauch eingeredet und gestreichel das sie früher kommt.
Ja und ich war total glücklich das die Wehen dann am Donnertag los gingen. Wir fuhren ins KH und die Hebamme meinte Wehensind auf dem CTG, aber noch nicht kurz genug von den Abständen. Wir fuhren wieder nachts nach Hause und warten ab. Die Wehen waren leider total unregelmässig und Freitag abends war ich dann wieder im KH. Leider wurden die Wehen schwächer und so sollte ich am Samstag morgen an den Wehentropf. Von Freitag auf Samstag hatte ich wieder heftige Wehen und auch kürzer von den Abständen. Wir riefen unsere Hebamme an und trafen uns früh morgens im KH.
Ich kam an den Wehentropf und eine PDA. Der Anästhesist kam ins Zimmer und frage "Ja und wann ist der Kaiserschnitt?"
Ich guckte ihne verwundert an. "Wieso Kaiserschnitt, davon war bisher noch nicht die Rede" und meine Hebammme meinte zu mir er sagt das immer bei Diabetikerinnen.
Es war ja alles in Ordnung, Stella liegt im Becken und das CTG war auch okay und ansonsten verlief in der Schwangerschaft auch alles gut.
Nun gut, die Fruchtblase ist dann auch um 12.00 Uhr geplatzt und der Muttermund war dann auch ingendwann auf.
Aber plötzlich verlief alles anders. Die Herztöne unserer Kleinen gingen in die Höhe und die Ärtztinnen wurden gerufen. Sie mussten ihr Blut entnehmen, was für mich total unangenehm war und das erste Mal hat es nicht geklappt das zweite mal ist das Blut zu schnell geronnen und endlich beim dritten Mal hat es geklappt. Der Wert war okay, deshalb haben wir weiter eine halbe Stunde gewartet. In der halben Stunde hab ich noch Übungen gemacht, damit die Herztönte runter gehen. Aber so richtig tat sich nichts, vor allesn Dinge hatte ich keine PRESSWEHEN.
Nach einer halben Stunde, wurde ihr wieder Blut entnommmen. Der Wert war auch noch okay, aber es musst ein Kaiserschnitt gemacht werder, werden Geburtsstillstand. Ich war da am Ende die Tränen kamen und ich war fertig. Aber ich nahm es hin und
hatte wahnsinnige Angst um unser Kind.
Dann ging alles ganz schnell ich kam in OP. Alles war so steril. Ich lag dort und fühlte mich so ausgeliefert. Gott sei Dank strich war mein Mann dabei. Er strichm mit seiner Hand über meine Wange. Ich konnte nicht anders als Weinen und er musste dann auch weinen. Ein ruckeln an meinem Bauch und dann endlich habe ich gehört wie sie das Fruchtwasser gespuckt
hat. Und dann hab ich nur gesehen, wie meine Hebamme sie in einem weissen Tuch schnell aus dem OP -Zimmer gebracht hat.
Man hat sie uns nicht gezeigt und auch nichts gesagt. Mir ging es es elend. WAS WAR MIT UNSEREM KIND???
Ich hatte so eine ANGST!!!!
Nach 15 Minuten kam unsere Hebamme endlich und ich konnte sie endlich sehen. Ich hab sie abgeknutscht, aber konnte sie nicht anfassen, sie spüren. Und das fehlt mir so...........Hinzu kommt das ich noch 2 Stunden im OP war, da der Oberarzt nich kommen musste, da meine Blase beim Kaiserschnitt vermutlich verletzt worden ist. Diese Stunden waren Horror.
Mein Mann war mit der Hebamme im Kreissall um die Kleine auf den Bauch zu nehmen. Und ich lag dort im OP und mir kamen die Stunden ewig vor. Ich wollte zu meiner Tochter sie in den Arm nehmen.
Was war passiert, das wir sie nicht direkt nach der Geburt gesehen haben?
Unsere Kleine hat sich im Becken so verkeilt, das man sie beim ersten Schnitt nicht rausbekommen hat.
Es kam immer nur ihre Hand und ihr Ellenbogen raus. Die Ärzte konnten ihren Kopf nicht fassen, so dass ich eine zweiten Schnitt, den sogenannten T-Schnitt in die Gebährmutter bekommen habe.
Die ersten Tage im KH waren schlimm. Ich konnte den ersten Tag nicht aufstehen und hatte unendliche Schmerzen.
Im KH hab ich sie die erste Nacht nicht abgeben wollen und sie hat in meinem Arm geschlafen. Am nächsten Tag lag Stella neben mir im Bettchen, aber ich konnte sie vor Schmerzen nicht rausheben.
Gott sei Dank, war mein Mann und meine Mutter da, die mir helfen konnten.
Da ich Stella nicht direkt nach der Geburt anlegen konnte, war das Stillen schwer. Aber ich wollt unbedingt stillen und hatte viel Geduld, so dass ich endlich nach dem 5 Tag Milcheinschuss hatte.
Inzwischen sind fast 5 Monate vergangen und mir kommen manchmal die Bilder und Erlebnisse immer noch hoch. Obwohl ich viel mit meiner Hebamme, meinem Mann und meiner Mutter darüber sprechen konnte ist immer noch ein Rest da.
Wenn ich andere Frauen höre, die eine normale Geburt hatten, dann bin ich manchmal noch traurig.
Ich vermisse es das ich sie zum Beispiel nicht auf den Bauch gekommen habe und die Nähe.
Auf der anderen Seite kommt mir die Angst hoch. Das ich sie nicht direkt nach der Geburt gesehen habe.
Aus diesem Grund liege ich manchmal nachts im Bett wach und kann nicht schlafen.
Vielleicht sollte ich doch eine Psychologin aufsuchen, die mir hilft das Erlebte zu verarbeiten.
Oft denke ich auch das das Ganze noch Zeit braucht.
Ich würde mich freuen, wenn ich durch dieses Forum Kontakt zu anderen Frauen bekomme, die Ähnliches erlebt haben.
Roula

 
 
901


Name:
denise (sternchen_sunny@yahoo.de)
Datum:Di 27 Jan 2009 22:27:48 CET
Betreff:hallo
 

*tief*am durchatmen
ich weiss gar nicht so recht wie ich anfagen soll
danke, dass es diese seite gibt ...
ich fühl mich gerade schon nicht mehr ganz so "falsch"
fuer anna .. ich kann deine gefuehle so gut verstehen und finde doch keine worte

meine geschichte in kurzform
zweite ss
21.07.09 errechneter termin, nichts tut sich, montag termin beim frauenarzt, die herztoene sind so hoch,sofort in kh,
montag und dienstag und mittwoch wird eingeleitet .. erst wehentropf, dann tabletten, dann gel
mittwoch die entscheidung im kh bleiben und einen ks oder noch mal nach hause
ich bin nach hause .. nach drei anstrengenden tagen .. nicht nur koerperlich sondern auch psychisch
sonntag wieder ins krankenhaus ..10 uhr, einleiten mit gel
nichts passiert *wehen natuerlich schon, wie die anderen tage auch, nur der mumu geht nicht weiter auf, finger nur einlegbar, ihr koepfchen druekt nicht weit genug runter
wehentropf .. nichts
montag morgen .. gel .. wehentropf .. ca 8 uhr .. mumu immer noch nicht weiter geoeffnet
der chefarzt kommt, er oeffnet die fruchtblase ..das waren hoellische schmerzen,
das soll den mumu reifen lassen, weiter wehentropf und wehen
15 uhr, noch immer geburtsstillstand
entscheidung kaiserschnitt
da konnte ich nur noch heulen
ich .. ich bekomme einen kaiserschnitt? ich ?
damit hatte ich mich nie beschaeftigt, nie , fuer mich war von anfang an klar ich bekommen meine prinzessin wie meinen kleinen engel spontan
hundert leute um mich rum, sie muessen das, das und das unterschreiben, nebenbei hat mich meine hebamme rasiert etc,,,
ich wollte es nicht... dann in den kleinen op, ich hab noch gesagt wieder los machen ich will das nicht ..
ich hatt nur noch angst und panik, keine luft .. ich bekam fuerchterlich durst .. ausgelifert .
auf die fragen ob ich noch was spuere sagte ich auch immer ja obwohl ich schon lange nichts mehr spuerte ,,
ich wollte das nicht, dass sie meinen bauch aufschneiden ,, ich hatte keine angst um meine tocher .. einfach nur angst dass sie mit meinen bauch aufschneiden und ich davon was spueren koennte
15.34 war sie da
alles ging so .. einfahc viel zu schnell

sie haette nie auf normalen weg kommmen koennen... 2 mal ns um den hals .. sie haette gar nicht runter kommen koennen
es war also notwengig
ich fuehle mich auch nicht als versagerin oder doch ? nein .. ich weiss auch nicht
ich weiss es einfach nicht ..
einfach ,, allein, hilflos ..traurig .. falsch

dem kh oder den aeryten mag ich gar keinen vorwurf machen .. ich wollte doch einfach nur eine normale geburt ..
meinen sohn konnte ich auch schon nicht direkt nahc der geburt bekommmen... so nackt auf den bauch.. erst 15 bis 30 min spaeter was mir heute noch wie ein ewigkeit vorkommt ..und sie ... ich hatte es mir so gewuenscht ..

wie man es sich eben vorstellt ..
denis

 
 
900


Name:
britta (flyholm@t-online.de)
Datum:Di 27 Jan 2009 19:33:30 CET
Betreff:@ Anna
 

Liebe Anna,
als ich Deine Geschichte gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen. SO ein ungeplanter Kaiserschnitt ist an sich ja schon schlimm genug, aber diese Geschichte ist der Hammer: Dich als Patientin total zu entmündigen!!! Mein erster Gedanke war, das KH gehört verklagt!!!!Ich wünsche Dir viel Kraft das alles zu überwinden, um am Ende stärker zu sein als je zuvor - Für Dich und Deine Familie.

Liebe GRüße,
Britta

 
 
899


Name:
Nikola Leutgeb (Vertretung von Katrin Mikolitch) (nikolaleutgeb@aol.com)
Datum:Sa 24 Jan 2009 14:54:40 CET
Betreff:Eintrag von Anna
 

Liebe Anna,

Ihre Gefühle, Ihren Schmerz, Ihre Wut kann ich sehr gut nachfühlen. Das war schon ganz schön entmündigend was Sie da erlebt haben. Was könnte Ihnen helfen? Eine Erklärung WARUM das alles so gelaufen ist? Ein offenes Ohr und ein Raum, wo Ihnen jemand zuhört und Sie versteht? Oder etwas ganz anderes? Spüren Sie einmal nach. Was könnte es sein?

Sie schreiben, Sie vermissen das Kind aus Ihrem Bauch - kennen Sie das Baderitual es wird unter "Verarbeitungswege" auf dieser Seite beschrieben. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dies etwas für Sie und IHR Kind ist.

Auch das Ihre Narbe noch schmerzt und taub ist, zeigt, dass "etwas noch nicht verheilt ist" - der Eintrag auf dieser Netzwerkseite ist bestimmt ein erster Schritt auf Ihrem Heilungsweg. Gucken Sie einmal, wer Ihnen helfen könnte?! Schauen Sie auch hierzu gerne auf der Netzwerk-Seite unter den Beratungsadressen nach. Oder melden Sie sich noch einmal bei uns und teilen uns mit, wo Sie wohnen, dann können wir Ihnen ggf. jemanden empfehlen!

Ich danke Ihnen für Ihren Mut und Ihre Offenheit Ihre Geschichte hier zu schreiben und wünsche Ihnen von Herzen alles Gute auf Ihrem Heilungsweg und dass Ihre kleine Familie bald zusammenwächst. Es wird bei einer Geburt nicht nur ein Kind geboren, sondern auch eine Mutter!

Herzlichst Ihre Nikola Leutgeb

 
 
898


Name:
Anna (bueschl1@gmx.de)
Datum:Do 22 Jan 2009 14:33:23 CET
Betreff:Entmündigung und Entwürdigt
 

HAllo,
es geht mir nicht gut. Ich freue mich, dass es es diese Internetseite gibt. Denn alle Freundinnen mit denen ich versucht habe zu sprechen verstehen mich nicht. Die meinen alle ich sei halt depressiv und solle froh sein über den Kaiserschnitt. HIer ist meine Geschichte:

Ich zweifle nicht im geringsten daran, ob es richtig war, einen Kaiserschnitt zu machen. Das Kind war nach 3 Tagen und NÄchten Wehen nicht ins Beckengerutscht und sie haben den Schnitt erst gemacht nachdem sie, als die HErztöne schlecht wurden, sie 3 Mal Blut von ihm abgenommen hatten und beim dritten Mal die Werte so schlecht waren, dass er raus musste. Was für mich so schlimm war, war, dass ich ja schon völlig am Ende war. Ich habe nichts mehr richtig wahrgenommen, keine Zeit und die PErsonen auch nur verschwommen. Meine Kräfte waren völlig am Ende auch psychisch. Das einzige was ich wahrnahm, war dass mein Mann bei mir war und das hat mir Halt gegeben. Und so habe ich mich psychisch total auf diesen Halt gestützt. Ich habe darauf total focusiert und damit Kraftreserven mobilisiert, die ich eigentlich schon längst nicht mehr hatte, denn ich wollte keinen Kaiserschnitt.

Ich habe eingewilligt den Kaiserschnitt zu machen und gesagt, dass mein Mann dabei sein muss. Und es wurde uns beiden gesagt, das wäre kein Problem, er darf mit. Wir hatten eine feste Zusage, dass es keinen Grund gibt, warum er nicht dabei sein soll. Also habe ich mich darauf verlassen. Habe mich darauf eingestellt.
Dann haben die auf irgendwas gewartet. Und dann wurde ich in den Raum mit der Hebebühne gefahren, mein Mann dabei. Und dann plötzlich nimmt ihn die Hebamme und sagt er solle ihr folgen. Wir denken, dass ist, damit er durch eine andere Türe reingeht. Und dann führt sie ihn vor die Türe sagt, er kann nicht rein, macht die Türe vor seiner Nase zu und das wars. Mir hat überhaupt keiner was erklärt oder gesagt. Ihm auch nicht. Ich wurde nur zugetextet von einem Pfleger dass ja alles gar nicht schlimm sei. Ich kam nicht zu Wort, konnte nicht fragen und war ja so geschwächt, dass ich mich nicht mehr wehren konnte.
Das war für mich ein so plötzlicher Schock und da habe ich dann richtig Panik gekriegt und meinen letzten Halt verloren. MIr war nur noch schwarz vor Augen, und schlecht und ich habe vor Panik kaum noch Luft gekriegt. Ich habe so gezittert, dass sie mich festhalten mussten, damit ich nicht runterfalle. Als sie mich aufgeschlitzt haben, da mussten sie ewig rumzerren und nachschneiden, weil er wohl nicht rauskam. Das hat mir noch mehr Angst gemacht. Ich habe nur versucht zu denken, gleich siehst du dein Baby. Ich dachte ich sie würden mich einen Blick auf das Kind werfen lassen. aber ohne etwas zu sagen, kam er gleich weg in ein Nebenzimmer. Dort wurde er versorgt und alle Tests wurden druchgeführt. Da wurde ich zwischendurch dann Ohnmächtig glaube ich. Weil ich nur noch merkte, wie alles verschwamm und es mir die Pupillen weggedreht hat. Dann haben sie ihn noch gewaschen und dann erst nach einer ganzen Weile, haben sie ihn erst mir kurz gebracht und ich habe irgendwie gehört von weit weg, ich solle die Augen aufmachen ich könne das Kind sehen. Da hat es mich dann irgendwie gar nicht mehr interessiert. Ich wollte nur noch dass alles aufhört. Ich wollte sterben. Ich habe kurz die Augen aufgemacht und konnte ein wenig sehen, wie sein Kopf aus einem Handtuch schaute. Danach erst haben sie ihn zum Vater gebracht. Danach hat es mir wieder die Pupillen weggedreht. Ich kann mich noch erinnern, dass die Ärzte sich über ihren Urlaubsplan unterhalten haben, während sie mich zunähten. Ich war danach auch noch viele Tage sehr schwach und hatte schlimme kollikartige Schmerzen. Sie hatten so herumdrücken müssen, dass sehr viel Luft in den Bauch kam und dass ich viel Blut verloren habe.
Was mir jetzt am meisten zu schaffen macht ist, dass die mir nichts erklärt haben, ich weil ich dachte meine Mann wäre dabei mich psychisch voll darauf eingestellt hatte und es dann so plötzlich anders war. Das war nicht ok. Ich habe mich so entmündigt gefühlt. Ich wünschte ich wäre aufgestanden und weggelaufen. Aber ich konnte ja nicht einmal mehr wahrnehmen wo ich war. Ich wünschte ich hätte ihnen den Schnitt verboten. Irgendwie wäre ich lieber in den Armen meines Mannes mit dem Kind gestorben, als ohne ihn in dieser Angst, nackt vor diesen vielen Menschen zu liegen, aufgeschlitzt zu werden, während der Anästhesist zur Gynekologin sagt, ob sie schon gemerkt hat, dass ich in meiner Versicherung keinen Oberarztsatz habe und sie deshalb nicht normal abrechnen zu können. Ich frage mich immernoch dauernd, warum es so war, dass sie mir nichts gesagt haben. Ich frage mich, wie sie das so gegen meinen erklärten Willen tun konnten. Es ging um meinen Körper und mein Leben und das LEben meines Kindes. Für sie war es doch nur ein Job, den sie nicht mal richtig abrechnen konnten. Wenn es wirklich hätte schnell gehen müssen, dann hätten sie auch sich nicht die Zeit nehmen dürfen, Praktikanten zu zeigen, wie sie mir einen Zugang legen müssen und an mir rumprobieren zu lassen.
Die ganze Zeit der Wehen als mein Mann dabei war, war zwar sehr sehr schwer, aber ich hätte keine Angst davor, so etwas nochmal zu erleben. Weil er da war, habe ich mich immer geliebt und gehalten gefühlt. Und an die Zeit kann ich auch ohne Angst und Probleme denken. Ich habe mich auch, was das Personal vom Krankenhaus angeht bis dahin gut behandelt gefühlt. Probleme habe ab dem Moment, wo er so plötzlich weg war. Die hatten mir nichtmal die geringste Chance gegeben, mich psychisch darauf einzustellen, dass er nicht da sein wird. Und ich hab mich so entmündigt gefühlt, weil sie mir nichts gesagt haben. ich fühle mich bis heute nicht wie eine Mutter.
Ich liebe das Kind, aber irgendwie ist es halt das Kind aus dem Nebenzimmer. Ich vermisse das Kind, dass in meinem Bauch war. Ich fühle mich betrogen und entwürdigt. Ich hasse die Menschen, die so plötzlich entschieden haben meine Familie zu trennen ohne mir irgendetwas zu sagen. Sie haben mir es auch nachher nicht erklärt. Seitdem habe ich Flashbacks udn kann nachts nicht schlafen. Ich war oft krank seit dem. Ich weiß auch nicht warum meine Narbe so rießig ist (über 20 cm). Ich bin lange nicht auf die Beine gekommen. Konnte Monate lang nicht sicher gehen. Das haben sie auch nicht gesagt. Ich habe immernoch Schmerzen und Taubheit. Das Kind ist jetzt 7 Monate alt.
Ich hatte mir eine Familie mit 3 Kindern gewünscht. Ich war sehr glücklich mit meinem Leben. Jetzt bin ich traurig, wütend und verletzt. Es tut so weh. Und ich habe Angst jemals wieder schwanger zu werden. Irgendwie fühle ich mich meiner Menschenwürde beraubt. Seitdem ich so entmündigt würde bin ich schüchtern und traue mich nicht mehr so einfach für mich zu sprechen.

 
 
897


Name:
Yvonne Das (Sonvy007@yahoo.de)
Datum:Mo 19 Jan 2009 14:27:13 CET
Betreff:Kaiserschnitt - Malteser St. Anna Krankenhaus in DU-Huckingen
 

Hallo Ihr,
ich suche auf diesem Weg gleichgesinnte die wie ich im o.g. Krankenhaus einen Kaiserschnitt als negative
Erfahrung gemacht haben zum austauschen und plaudern. Meldet Euch doch einfach. Es ist sehr heilsam,
mir Leuten zu sprechen, die das gleiche durchmachen mussten.
LG,
Yvonne

 
 
896


Name:
Nikola Leutgeb (Vertretung von Katrin Mikolitsch) (nikolaleutgeb@aol.com)
Datum:So 04 Jan 2009 13:56:27 CET
Betreff:Eintrag von Henrike
 

Liebe Henrike,

auch Ihnen danke ich für den Eintrag! Und wünsche Ihnen ein gesundes und gutes Jahr 2009.

Was Ihre Fragen anbelangt. Es kann Spätfolgen geben, die Kinder durch so eine Geburt davon trageen. JEDE Geburt hat einen Einfluss auf das Leben. Monika Hanßen hat es einmal so ausgedrückt: "Alles, was ein Kind vor, während und nach der Geburt erlebt, hat eine Bedeutung für seine weitere Entwicklung!"
Allerdinge würde ich mir jetzt keine Sorgen machen. Zeigt Ihre Tochter denn irgendwelche Auffälligkeiten? Gibt es etwas, was Ihnen Sorgen bereitet? Wie sieht Ihre Mutter-Kind-Bindung aus? Sie schreiben, sie fehlt Ihnen. Ist das so? Woran machen Sie das fest?

Wo Sie sich Hilfe holen können? Bei Ihrer Hebamme, vielleicht haben Sie zu der noch Kontakt? In Geburtshäusern! Oder Sie schauen einmal unter den Beratungsadressen nach, ob es jemanden in Ihrer Nähe gibt?! Vielleicht gibt es ja auch einen Gesprächskreis?

Sie können mich aber auch gerne noch einmal kontaktieren und ich schaue, ob ich Ihnen jemanden in Ihrer Nähe empfehlen kann. Woher kommen Sie?

Herzliche Grüsse und alles Gute auf Ihrem Weg

Ihre Nikola Leutgeb

P. S. Viellleicht hilft es ja auch schon Ihre Geburtsgeschichte einfach mal aufzuschreiben? Hier im Forum oder in einem Brief an Ihre Tochter?

 
 
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Name:
Nikola Leutgeb (Vertretung von Katrin Mikolitsch) (nikolleutgeb@aol.com)
Datum:So 04 Jan 2009 12:27:48 CET
Betreff:Eintrag von Laura
 

Liebe Laura,

vielen Dank für Ihren Eintrag in diesem Forum. Nein! Es ist kein ungewöhnlicher Abend um hier zu schreiben. Gerade zum Jahreswechsel findet oft ein Umbruch, eine Veränderung statt und so war dies für Sie genau der richtige Zeitpunkt, um uns Ihre Geschichte zu erzählen.

Ich habe Ihre Geschichte gerade noch einmal gelesen und muss sagen ich bin tief berührt davon. Eigentlich fehlen mir die Worte. Was Sie erlebt haben, durch gemacht haben.... Sie müssen eine sehr starke Frau sein! Und ich glaube nicht, das irgendjemand, der Ihren Eintag liest, denkt Sie hätten keinen Frisör.

Was Sie schreiben, dass viele Menschen in Ihrem Umfeld sagen "es war doch nur ein Kaiserschnitt" - "hautpsache die kinder sind gesund" - solche Aussagen höre ich oft und ich denke, dass es oft auch Hilflosigkeit von den Mitmenschen ist, weil diese so gar nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Daher habe ich es oft als hilfreich gesehen, wenn man sich "Gleichgesinnte" sucht, so wie hier im Forum, oder in einem Kaiserschnitt-Gesrpächskreis, oder in einem Kaiserschnitt-Seminar. Oft ist es schon heilsam zu erkennen, ICH BIN NICHT ALLEIN. AUCH ANDERE HABEN PROBLEME MIT DEM KAISERSCHNITT. Jede Frau auf ihre eigene Art. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe eine solche Gruppe?

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles Liebe und Gute für Ihre Familie und vielleicht höre ich ja mal wieder etwas von Ihnen!

Ihre Nikola Leutgeb

P. S. Wie geht es Ihrem Mann mit den Kaiserschnitten? Können Sie darüber sprechen?

 
 
894


Name:
henrike (henrike@web.de)
Datum:Sa 03 Jan 2009 22:07:53 CET
Betreff:verarbeitung kaiserschnitt
 

hallo, vor zweieinhalb Jahren habe ich unsere Tochter "per" Notkaiserschnitt geboren,ca 12 Stunden später hatte ich wieder eine Not op und lag in künstlicher Narkose,eine woche Intensivstation, ich musste leider auch abstillen, da ich alle körperliche Kraft für mich brauchte.
In bestimmten Abständen lässt mich dieses Geburtsereignis einfach nicht locker, mal denke ich wochenlang nicht daran aber unterschwellig habe ich doch mit der verarbeitung zu kämpfen.
Da ich auch das gefühl habe von anderen nicht verstanden zu sein,ist es hilfreich hier im forum nachzulesen, zu fühlen.
Meine Frage ist zum beispiel welche spätfolgen kinder davontragen können, die ein solches erlebnis unfreiwillig aber notwendig durchgemacht haben? wie steht es um die so wichtige Mutter- Kind Beziehung, die uns fehlt????
Wo kann ich mir als mutter hilfe holen in bezug auf die verarbeitung oder austausch mit anderen Ks Müttern????
Vielen dank

 
 
893


Name:
Laura (@laura_lueck@gmx.de)
Datum:Mi 31 Dez 2008 21:33:04 CET
Betreff:Mein 2. Kaiserschnitt
 

Hallo!
Vielleicht ist es ein ungewöhnlicher Abend um hier zu schreiben, aber heute habe ich endlich mal ein wenig Zeit... Ich habe hier schon ein wenig quer gelesen und sehr vieles kam mir sehr bekannt vor...Ich spüre, dass ich über das Erlebte reden muss - ich habe Angst davor, dass dieses Problemchen ansonsten zu einem richtigen Problem für mich werden könnte...
Vor 21 Monaten habe ich meine erste Tochter entbunden. Damals habe ich nie an einen Kaiserschnitt gedacht, klar im Notfall schon, aber das wird schon nicht passieren...Ich bin jung, gesund, glücklich und hatte eine fast problemlose SS. Bis ich dann, einige Tage nach dem ET einen Autounfall hatte, unsagbare Schmerzen hatte ich und die Ärzte im KKH waren ratlos.. Der Kaiserschnitt kam mir damals wie eine Erlösung vor - endlich würde man mir helfen können..Da ich jedoch restlos fertig und unendlich high war (die Medis die ich in den vergangenen Tagen bekommen hatte), bekam ich vom Kaiserschnitt nicht viel mit: keinen ersten Schrei, kein Anblick von meinem Baby, keine Erinnerungen an die ersten Tage trage ich in mir. Kaum war ich aus dem OP draußen, wurde mein Mann samt Baby raus geschickt und die Ärzte fielen über mich her - was ja auch richtig war, es ging mir damals wirklich nicht gut...
Trotz dieser negativen Erfahrungen (die ich jedoch ziemlich schnell abschütteln konnte, bzw. verdrängt habe) wünschten wir uns bald ein weiteres Baby. Kurz nach dem ersten Geburtstag meiner Tochter hielt ich dann den positiver SSTest in meinen Händen. Die Freude war unendlich groß, natürlich war auch ein wenig Angst oder wohl eher Respekt vorhanden, aber diesemal wollte ich viel aufgeklärter an alles ran gehen. Meine Ärztin hatte mir schon beim Gespräch über unseren Kinderwunsch ihre Unterstützung bei meinem Wunsch der spontanen Entbindung zugesagt..Doch bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung der Schock: Ich habe Zwillinge in meinem Bauch. Der Schock wich bald großer Freude über das doppelte Glück - zwei Babys super toll...Wir sind sehr optimistische Menschen und Kinder sind unser ein und alles - somit hatte ich vor dem Zustand drei kleine Kinder zu bekommen keine Angst. Die Angst war eher größer davor, wie ich die SS schaffen sollte. Ich bin nicht sehr groß, ziemlich schlank und zart und habe ja ein Kleinkind im Haus. Und dann die Entbindung - schon jetzt stellten sich die ersten schlaflosen und panikreichen Nächte ein...
In der 14. Woche bekam ich sehr starke Blutungen, innerhalb weniger Sekunden lief mir das Blut bis in die Schuhe - von meinen Ängsten in den folgenden Wochen brauche ich wohl nicht berichten...Ich habe so sehr gehofft und gebangt..Ich konnte nicht auf Toilette gehen ohne Panik davor zu haben, wieder zu bluten. Ich konnte kaum noch leben... Ich bekam einen Haushaltshilfe und sollte nur noch liegen... Und nach fünf Wochen wurde es dann endlich besser, den Rest der SS sollte ich jedoch weiterhin auf meinem Sofa verbringen...So hatte ich auch sehr viel Zeit mich zu informieren. Meine Ärztin und auch der Oberarzt im KKH, der die Vorsorge mit übernahm, sagten mir ihre Unterstützung zur normalen Entbindung zu; ich wollte es um jeden Preis.. Der Oberarzt sagte immer "Wenn Sie es wirklich wollen - werden Sie es auch schaffen! Hauptsache Sie halten lange genug durch - schließlich wollen Sie ja doch sicherlich auch nur das Beste für Ihre Kinder". Damals sah ich dies Aussage als Motivation an, heute weiß ich, welch unsagbaren Druck mir das machte...Denn natürlich wollte ich nur das Beste für meine Babys...
Bis zur 30.Woche ging es mir gut, ich lag fast ausschließlich, aber meine Angst vor der Geburt wich der Zuversicht: Das führende Baby lag in Schädellage, ich freute mich auf meine Zwerge... So langsam hatte ich dann jedoch ganz schön mit der SS zu kämpfen... Die Babys drückten überall drauf und sämtliche Organe ab. Seit der 24. Woche bin ich bei jeder Ultraschalluntersuchung bewußtlos geworden, aber das nahm ich alles gerne in Kauf, ich wollte ja nur das Beste für meine Babys...In der 39. Woche sollte dann eingeleitet werden, doch soweit schaffte ich es nicht mehr, ich konnte nicht mehr, ich habe so sehr gekämpft und mich durch die Tage gequält. Tag für Tag war ein Kampf gegen die Schmerzen und Beschwerden. Und in der 38. Woche war ich dann am Ende meiner Kräfte: Ich hatte seit Tagen nichts mehr gegessen, kaum noch getrunken. Sitzen und liegen waren unmöglich, ich konnte nur noch vorn übergebeugt stehen. Ich habe keine Luft mehr bekommen, hatte beidseitigen Nierenstau, meine Arme waren dauerhaft eingeschlafen..Die Schmerzen waren unerträglich - und besonders der Schmerz in meiner Seele, denn mir war jetzt auch klar, dass ich eine spontane Entbindung nicht mehr schaffen werde..Meine Ärztin telefonierte mit dem Oberarzt und sagte ihm noch, wenn ich dieses mal schon wieder keine spontane Entbindung bekomme, dann aber wenigstens ein Geburtserlebnis.. Ich fuhr ins KKH, mein Mann kam dazu. Beim Ultraschall zeigte sich dann, dass die Babys nicht mehr optimal lagen. Man ließ uns alleine..Ich wollte die Babys nicht her geben - ich wollte sie noch bei mir behalten - ich wollte ja schließlich nur ihr Bestes...Mein Mann überredete mich zu einem sofortigem Kaiserschnitt, er hatte solch wahnsinnige Angst um mich und um die Kinder und er konnte es einfach nicht mehr mitansehen, wie schlecht es mir ging.. Es ging zwar alles ziemlich schnell so und manchmal glaube ich, ich hätte noch ein wenig mehr Zeit gebraucht, aber meine Angst vor dem Kaiserschnitt war so unendlich groß, dass ich mich auch so verrückt gemacht hätte.. Ich habe nur noch geweint..
Das Setzten der Spinale war der Horror, ich hatte (im Gegenteil zum ersten Kaiserschnitt) Schmerzen ohne Ende.. Ich habe noch gesagt, dass ich nicht auf dem Rücken liegen kann, aber es folgte ein Kreislaufkollaps keines gleichen..der letzte messbare RR war bei 60/20. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben Angst zu sterben, Angst um meine ungeborenen Kinder und Angst davor meine große Tochter jetzt für immer in Stich zu lassen, sie nicht aufwachsen zusehen und alles nur, weil wir uns so rasch ein weiteres Baby gewünscht haben... Ich lag im OP konnte nichts sagen und sah nur geradeaus, wie zwei Schwestern das OPBesteck für die Sectio bereit legten. Keiner redete mit mir, keiner war zusehen, keiner war bei mir...Ich dachte ich würde sterben und es würde kein Mensch mitbekommen... Heute weiß ich, dass ja alles hinter meinem Kopf ablief und alle mit mir beschäftigt waren und man dabei war mir zu helfen.. Der Oberarzt kam hinzu und war außer sich als er mich in diesem Zustand sah, die Narkoseärztin erwiderte aufgeregt, dass sie doch schon alles tue. Der Oberarzt drehte mich komplett auf die Seite und ich kam wieder zu mir. Dann ging alles ganz schnell, die Babys sollten möglichst rasch geholt werden, damit sie nichts von den ganzen Medis abbekommen, die man mir gespritzt hatte...Und ich war nur noch high und fertig... Ich konnte nichts mehr sehen, nicht reden, nicht einmal meine Kopf gerade halten oder die Arme bewegen... Ich habe den Rest der Sectio wie durch einen dunklen Schleier erlebt, eine positive Erinnerung - Fehlanzeige. Keine Schrei, kein Anblick, keine Berührung... Selbst fünf Stunden später hatte mein Mann die Babys noch auf dem Arm, ich war in einer anderen Welt...Die Schwestern kamen und machten Stress "die Kinder brauchen Milch". Da es mir so schlecht ging wurde mir nahe gelegt gleich abzustillen. Ich stimmte zu, dabei war es eigentlich vollkommen gegen meinen Willen...Am nächsten Tag erzählten mir die Schwestern und Ärzte, welch hübsche Babys ich doch bekommen habe, ich wußte nichts von Ihnen, ich hatte sie immer noch nicht bewusst gesehen.. Ich wollte sie auch nicht sehen, ich war so unglücklich über alles, hatte so sehr mit mir selbst zu tun und hatte ein so schlechtes Gewissen...Meine heiß ersehnten Kinder...jetzt waren sie da, aber ich nicht...
Eine Woche nach meiner KKH Entlassung hatte ich einen Wochenflußstau, da es Wochenende war musste ich wieder ins Krankenhaus fahren. Nachdem hier mehrere Ärzte meinen Muttermund geweitet und mir auf dem Bauch rumgedrückt hatte, war ich wirklich am Ende.. Die körperlichen und seelischen Schmerzen überrannten mich, ich kollabierte auf dem Flur und kam mit dem Kopf voran auf. Die Ärzte und Schwestern fielen über mich her, ich sah nur noch die ganzen Köpfe über mir, alle waren an meinem Körper zu Gange und ergriffen besitz von mir. Ich konnte kaum reagieren. Als es mir dann wieder besser ging, habe ich nur geheult, es waren nur noch drei Ärzte bei mir, aber einmal zugehört hat mir von denen auch keiner... Ich hatte natürlich gleich wieder die Nadel im Arm, war zu CT angemeldet, Ärzte verschiedenen Fachrichtungen kamen zu mir... Und ich wollte nur nach Hause, wollte zu meine Kindern, wollte alles hinter mir lassen, in Ruhe gelassen werden und endlich vergessen... Gegen den Rat der Ärzte habe ich das KKH verlassen...mit einer Gehirnerschütterung und blockierten Wirbeln. Letztere ließ ich mir von einem Unfallchirurgen wieder einrenken - der Gang in die Praxis - in eine unbekannte Praxis zu einem unbekannten Arzt, den ich nahe an mich ran lassen musste, war die Hölle für mich...
Heute kann ich über alles wenigstens wieder sprechen, dass ging am Anfang noch nicht einmal mit meinem Mann... und ich kann sogar wieder darüber sprechen ohne zu weinen. Einige Menschen, denen ich das alles erzähle, tun es immer gleich ab "es war ja NUR ein Kaiserschnitt", "Was hast du eigentlich, den Kindern geht es doch gut" usw...
Ja, meine Kindern geht es gut und das ist das wichtigste... Trotzdem bin ich traurig darüber wie es abgelaufen ist, trotzdem habe ich Probleme damit klar zu kommen wie es war und jetzt weiter zu machen, als wenn alles gut gelaufen wäre und heute alles in Ordnung ist... Manchmal denke ich, ich habe mich mit der Aussage "Sie wollen ja schließlich nur das Beste für Ihre Babys" zu sehr unter Druck setzen lassen. Ich hätte ein oder zwei Wochen früher aufhören sollen, einmal an mich denken sollen, dass wäre für mich vielleicht viel besser gewesen, ich hätte mehr Kraft gehabt das alles durchzustehen, die Babys hätten gut gelegen- es hätte mit der spontanen Entbindung geklappt. Und selbst wenn es wieder ein Kaiserschnitt geworden wäre - hätte ich mehr Power in dieser Situation gehabt...Aber ich weiß auch, dass ich es immer wieder so machen würde, lieber quäle ich mich, als dass es meine Kinder müssen...
Ich hoffe, dass ist jetzt alles nicht zu verwirrend, ich habe einfach mal so runter geschrieben!
Trotzdem bin ich sehr froh meine Babys jetzt bei mir zu haben, sie sind das Beste was mir je passiert ist, ich liebe sie über alles!!!
So, jetzt geht es mir schon wieder ein wenig besser, wo ich das Ganze mal aufgeschrieben habe; ich könnte noch Stunden weiter schreiben, aber wahrscheinlich denken jetzt eh schon alle, dass ich keinen Frisör habe...
Lieber Gruß und ein gutes neues Jahr für alle!
Laura mit Isa (21Monate) und Anna und Maja (5 Wochen)

 
 
892


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:So 21 Dez 2008 13:43:36 CET
Betreff:Antwort an Ines, Mara, Jenny, Cordula und Britta
 

Liebe Ines und Cordula,
Ihnen vielen Dank für die lieben Worte :-)

Liebe Mara,
es freut mich, dass Sie Ihre Kinder trotz entsprechender Körpergröße wohlauf und vaginal entbunden haben. Was die genauen Gründe bei Ihrer Tochter waren, kann nur die behandelnde Krankenhausärztin erklären. Vielleicht möchte Ihre Tochter dort noch einmal ihren Geburtsbericht besprechen. Meist bringt das weiteres Verständnis. Was halten Sie davon?

Liebe Jenny,
ich kann Ihre Trauer und Ihr Trauma sehr gut verstehen. Wenn Sie sich frühzeitig um die Aufarbeitung kümmern, z.B. mit einem persönlichen Gespräch mit einer Beratungsstelle z.B. des Netzwerkes wird Ihr Weg sicherlich einfacher werden.
Lassen Sie sich Zeit mit weiteren Kinderwünschen...und sprechen Sie dann, wenn es aktuell sein sollte mit verschiedenen Experten. Wählen Sie dann ein Krankenhaus, was Ihnen entspricht....dort können Sie dann auch ganz in Ruhe besprechen, was mit Ihrer Uteruswand ist.
Alles Liebe und Gute für Sie!

Liebe Britta,
Ihre heilsamen Gedanken sind wirklich heilsam. Meist erarbeite ich mit meinen Patientinnen genau diese Bereiche auch! :-)
Alles Gute für Sie auch! :-)

Einen schönen und erholsamen 4-ten Advent,
Katrin Mikolitch

 
 
891


Name:
Ines ( Ines.Maren@gmx.de)
Datum:Fr 19 Dez 2008 16:00:50 CET
Betreff:Hallo Jenny
 

Du brauchst Dir keine Vorwürfe zu machen! Es lag ja nicht an Dir, dass der KS gemacht wurde/werden musste. Ich und mein Kind waren zum Zeitpunkt des Kaiserschnitts in Lebensgefahr. Ich denke, ich kann dankbar sein, ein gesundes Kind zu haben und dass dieses Kind eine gesunde, lebende Mutter hat. Viele Frauen wünschen sich Kinder und bekommen gar keins...Mit der modernen Medizin ist vieles möglich. Ob man es riskiert wieder sowas durchzumachen oder mit dem zufrieden wird was man hat muss nicht so kurz nach einer Schwangerschaft entschieden werden. Wie Du gesagt hast, bist Du ja noch jung. Jetzt kommt erst mal die Zeit mit dem Baby und der "Großen" zu Hause. Ich wünsche euch eine heilsame, liebevolle Zeit!

 
 
890


Name:
mara (mgl@alice-dsl.net)
Datum:Fr 19 Dez 2008 12:26:57 CET
Betreff:an frau Milkolitch
 

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort, als möglichkeit kann dies zwar sein aber immer noch kein Grund zumindest in meinen augen. Ich selber bin geradeeinmal 1,51m groß und habe auf normalen weg 5 Jungs bekommen die von mal zu mal schwerer und größer wurden.
ich habe mit 22 Jahren das erste kind bekommen, fast das selbe gewicht und größe wie bei meiner schwiegertochter nämlich 54cm länge, 35cm kopfumfang und 3950 gramm. Ich hatte wie sie terminüberschreitung mit 10 tagen, grünes fruchtwasser, kind sonst komplett stabil und ich hatte beim erstenmal bis er raus ganze 4 tage wehen wo ich sagen muss das die ersten 3 Tage nur vorbereitungswehen waren erst am 4 tag also an tag 14 wo er zur welt kam hatte i´ch die richtigen austreibungswehen, der einzige unterschied ist bei mir hat keiner medikamente eingesetzt um wehen auszulösen. Ich denke einfach das dies kein grund ist, ich bin jetzt 55 Jahre und mein Jüngester 20 Jahre alt, da ich ihn mit 35 jahren bekommen habe und so langsam glaube ich das die Ärzte immer mehr auf das finanzielle bedacht sind und dies finde ich nicht gut.

eins wollte ich Ihnen noch sagen frau milkolitch es war nich meine absicht jemanden vorschriften zu machen, ich bin einfach der meinung das die beiden gegen bianca zu verletzend und voreillig waren in dem was sie geschrieben haben. Ich bin der Meinung das keiner das recht hat ein urteil über den anderen zu fällen. Ich dachte einfach das eine entschuldigung angebracht wäre, da die aussagen meines erachtens ungerecht waren. Es tut mir leid das dies falsch angekommen ist.

Gruß Mara

 
 
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Name:
Jenny (jenny250585@hotmail.de)
Datum:Fr 19 Dez 2008 12:17:05 CET
Betreff:Hatte vor 9 Tagen meinen 2. Kaiserschnitt und mir geht es einfach nut scheiße
 

Hallo ,

Erst mal zu meiner Vorgeschichte, ich habe Hüftdysplasie die nach der normalen Geburt meines Sohnes fest gestellt wurde. Ich wurde dann an der linken Hüfte operiert und es sind noch schrauben im Becken vorhanden. Darauf wurde ich wieder Schwanger mit meiner Tochter und musste leider per KS entbinden. Damals habe ich den KS sehr gut verarbeitet und habe es irgendwie nicht als schlimm gesehen.
9 Monate später bin ich dann leider ungeplant schwanger geworden, die SS war komplikationslos. Leider musste ich natürlich auch wieder einen KS bekommen. Die geburt verlief für mich diesmal traumatisch ..hatte schmerzen beim schneiden, die PDA hat nicht richtig gesessen ect. Mir ging es imgroßen und ganzen nicht so gut.
Dazu kam dann dasmir gesagt worden ist das meine Gebärmutter an einer Stelle sehr dünn gewesen sein soll und das es gut war das meine Tochter bei 37+1 geholt wurde.
Die Oberärztin sagte dann wenn ich noch mal ein Kind möchte muss ich wieder so früh entbinden.

Ich hätte nie gedacht das ich jetzt so daran zu kämpfen habe ...ich kann meine Gefühle gar nicht richtig beschreiben.
Denke jeden Tag über den KS nach und mache sehr große vorwürfe ...ich habe mir ja so sehr eine normale Geburt gewünscht. Mir fehlt diesmal wirklich sehr ......Noch dazu macht es mir zu schaffen das ich vielleicht nur noch 1 oder 2 Kinder haben kann.Dabei habe ich mir so sehr viele Kinder gewünscht aber durch die KS geht das nun nicht mehr ??!! Ich könnte den ganzen Tag nur heulen . Was mit sicherheit auch noch der Babyblues ist, aber ich komme damit einfach nicht klar .......ich wollte immer viele Kinder und die vorstellung das es nun nicht mehr geht macht mich schon sehr sehr traurig. Ich bin ja auch noch ziehmlich Jung.
Noch dazu habe ich Angst um meine Gebärmutter oder zumindest wurde mir total Angst gemacht wegen der dünnen Stelle.
Mich würde es mal interessieren ob es normal ist das nach einer schnellen SS nach einem KS sowas passieren kann ?? Und ob sich sowas wieder bessert ??

Ich bin im moment einfach nur am Ende

 
 
888


Name:
cordula (blaugnom76@we.de)
Datum:Fr 19 Dez 2008 07:56:10 CET
Betreff:Ging nicht anders...aber..
 

Ja,unter diesen Umständen war es wohl nötig-macht es aber nicht unbedingt leichter.Dazu möchte ich sagen,daß ich mit meiner Auswahl des Krankenhauses sehr zufrieden war.Ärzte und Hebammen sowie das Personal der Wöchnerinnenstation waren sehr lieb und hilfsbereit.Ich war im Gladbecker Krankenhaus(ich nenne keine Namen,aber da gibts auch bloß eines.Ähemm.)Also,wenn ich hier so teilweise mitbekomme wie es woanders abgeht-da wird einem ja schlecht.Ich umarme euch schwestern und wünsche euch schöne Weihnachten mit all euren kleinen Schätzen.

 
 
887


Name:
Britta (flyholm@t-online.de)
Datum:Do 18 Dez 2008 21:33:07 CET
Betreff:heilsame Gedanken
 

Hallo,
nach meinem letzten Eintrag und mit einem baldigen Termin bei einer Beratungsstelle hier aus dem Netzwerk gehen mir wieder viele Gedanken durch den Kopf und mir sind ein paar sehr heilsame Gedanken gekommen, die ich gerne mit Euch teilen möchte:

Irgendwie versuche ich den Kaiserschnitt in mein Leben einzuordnen und muss feststellen, dass es sogar einen vielleicht sinnvollen Aspekt darin gibt.

Ich bin ein sehr erfolgsorientierter und ehrgeiziger Mensch. Eigentlich hat in meinem Leben bisher alles so geklappt wie ich es mir vorgestellt habe, zwar beileibe nicht reibungslos - für viele Dinge habe ich sehr gekämpft - aber ich habe meine Ziele immer erreicht. Ich bin beruflich sehr erfolgreich und habe lange überlegt wann denn nun ein Baby - das ich mir immer gewünscht habe - am besten in mein Leben passt. Eigentlich passt es beruflich ja nie und so haben wir dann gleichzeitig mit dem Hausbau losgelegt und es hat sofort geklappt. Die Schwangerschaft war perfekt: Mir ging es besser denn je. Ich habe mich sehr auf unser Kind gefreut und mich gleichzeitig weiter beruflich stark engagiert und "nebenbei" unser Haus gebaut (natürlich nicht selbst ;-). Die Krönung einer tollen Schwangerschaft sollte eine natürliche, sanfte Geburt werden und damit auch der perfekte Start ins Leben meines Kindes. Ich wollte eine Geburt im Geburtshaus, natürlich ohne Schmerzmittel, ganz sanftm etc....Darüber, dass es evtl. auch anders ausgehen könnte, habe ich nie wirklich nachgedacht. Ehrlich gesagt, habe ich auch über andere Kaiserschnitt-Mütter nicht viel nettes gedacht (Schande über mein Haupt, aber es ist die Wahrheit). Meine Cousine war zu unachtsam und zu dick um natürlich zu entbinden, etc. Mir kam überhaupt nicht in den Sinn, dass es mir "einfach so", ohne große Gründe passieren könnte.

Dann ist es aber alles anders gekommen als gedacht und geplant.

Heute denke ich, dass es für mich auch ein Zeichen ist, dass man eben gerade solche Dinge - gerade auch mit Kindern - nicht planen kann und dass es ganz schön vermessen von mir war, so an diese Sache heranzugehen. Ich habe einen Denkzettel verpasst bekommen und ich glaube, der kann mir ganz gut tun. Ich muss einfach ein bisschen spontaner werden auch für meine Tochter. Die DInge so annehmen wie sie sind und wie sie kommen ohne sie immer auf meine eigene Art und Weise hinbiegen zu müssen. Vielleicht wollte mir meine Tochter das mit ihrer Ankunft auf dieser Welt sagen?

Ich liebe sie doch sehr :-)

Lieben Gruß,
Britta

 
 
886


Name:
Katrin Mikolitch (k.mikolitch@gmx.de)
Datum:Do 18 Dez 2008 19:49:00 CET
Betreff:Antwort allgemein und an Mara
 

Liebe Forumsleser,
Zur Zeit geht es "hoch her" hier im Forum...es ist sehr emotional und es zeigen sich durchaus verschiedene Meinungen oder Umgangsformen.
Was ich unerstützen möchte, ist eine achtsame Art miteinander.

Wichtig finde ich, dass alle hier Formulierung benutzen, die Gefühle beschreiben und vor allem, dass Sie in der Sprache bei sich selber bleiben. Ich möchte noch einmal alle Forumsschreiber darauf hinweisen, ( auch Sie Mara) dass dies kein Ort sein sollte, wo man sich gegenseitig anklagt.
Bitte keine Wertungen, Beschämungen oder dass man konkret fordert, was der eine oder andere zu tun oder zu lassen hätte.
Dies ist nicht heilsam oder verbindet, sondern trennend und verletzend.

Grundsätzlich ist dies ein virtuelles Medium und keiner sieht den anderen in der vollständigen Menschlichkeit!
Dies kann zu Missverständnisse und Fehleinschätzungen führen.
Daher noch einmal: Seien Sie achtsam und respektvoll in Ihrer Sprache, im Umgang und in der Begegnung miteinander!


Liebe Mara,
bezüglich Ihrer Tochter. Die Körpergröße unter 165 cm zu nehmen als grundsätzliche Empfehlung zum Kaiserschnitt halte ich nicht für richtig. Sicherlich könnte man sagen, dass sehr kleine Frauen durchaus einmal Schwierigkeiten haben können auf Grund der Körpergröße. Aber dies zu verallgemeinern ist mit Sicherheit nicht richtig. Ich selber bin auch "nur" 161 cm und habe solche Hinweise nie bekommen.
Wahrscheinlich meinte die Ärztin dies nicht als Standartempfehlung, sondern als eine mögliche Ursache.
Herzlichst,
Katrin Mikolitch



 
 


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